Lilien-Spieler nach Pokalerfolg in Dresden

Ein Traumtor nach dem anderen. Darmstadt 98 stürmt in Dresden ins Pokal-Achtelfinale und hofft nun auf eine gewogene Losfee. Den Weihnachtsmann sehen sie indes nur kurz.

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Irgendwas fehlte. Gerade war die Mannschaft von Darmstadt 98 mit einer tollen Leistung ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Doch der gemeinsame Jubel mit den mitgereisten Fans fiel aus. Mal wieder. Da der DFB-Pokal wegen Corona natürlich auch im Geisterspiel-Modus stattfindet, blieben die Lilien-Spieler in Dresden allein mit ihrer Freude.

Doch sie waren vorbereitet. Nach dem furiosen 3:0-Sieg beim Drittliga-Tabellenführer Dynamo Dresden zückten die Spieler kurzerhand ein mitgebrachtes Transparent mit der Aufschrift "Wir vermissen euch" und hielten es in die Kameras. So geht Jubel in Corona-Zeiten.

Blau-weiße Traumtor-Parade

Wochenlang hatte sich Darmstadt 98 mit einer Ergebnis-Krise herumgeplagt. Ordentliche Leistungen, wenig Punkte. Die Spieler und Verantwortlichen von Darmstadt 98 fühlten sich regelmäßig um den Lohn ihrer Arbeit gebracht. Nach zwei Liga-Siegen gegen Fürth und Würzburg und dem Pokal-Erfolg in Dresden, alle ohne Gegentor, sieht die blaue-weiße Welt jetzt ganz anders aus.

"Wir haben uns in den letzten Spielen des Jahres einfach belohnt für die Leistungen der ganzen Saison", sagte Lilien-Mittelfeldspieler Fabian Schnellhardt, der seine Mannschaft in Dresden durch einen ansehnlichen Weitschuss in den Tor-Winkel mit 1:0 in Führung gebracht hatte. Überhaupt die Tore: eines schöner als das andere. Das 2:0 erzielte Seung-Ho Paik nach einem traumhaften Doppelpass samt Hackentrick mit Serdar Dursun. Das finale 3:0 machte Dursun gleich selbst.

Perfekte Leistung im Pokal macht Lust auf mehr

Die Lilien zeigten in Dresden eine perfekte Leistung. Hinter der starken Offensive agierte das Darmstädter Mittelfeld äußerst variabel und ballsicher. Paik, Schnellhardt, Tobias Kempe und Marvin Mehlem ließen Ball und Gegner laufen. Prunkstück war das Tor zum 2:0. In einer Co-Produktion jagten Schnellhardt und Tim Skarke dem Gegner den Ball ab, Kempe, Dursun und Paik vollendeten in Tor-des-Monats-Manier, ohne dass Dresden nur den Hauch einer Chance hatte.

Die Abwehr der Südhessen erlebte einen Abend voll vorweihnachtlicher Ruhe. Zwei Dresdner Torchancen, mehr war nicht. Die Handschrift von Trainer Markus Anfang zeigt sich immer mehr. Die Darmstädter Mannschaft kann immer noch kämpfen, aber sie kann auch immer öfter richtig guten Fußball spielen. Die Leistungen beim 4:0-Liga-Sieg Mitte Dezember in Fürth und dem jetzige Pokal-Erfolg in Dresden sind der beste Beweis. Und in der Defensiv tut die Dreierkette der Stabilität im Team richtig gut.

Der Weihnachtswunsch: Frühstart und eine geneigte Losfee

Zu nachtschlafender Zeit brach die siegreiche Lilien-Mannschaft am Mittwochmorgen in Dresden auf. Um kurz nach 8 Uhr landete sie bereits auf dem Frankfurter Flughafen, danach ging es mit dem Bus zum Darmstädter Böllenfalltor. Nach einem Corona-Test begann für die Spieler der äußerst kurze Weihnachts-Urlaub. Frei sind nur Heiligabend und die beiden Weihnachts-Feiertage.

Schon am 27. Dezember steht in Darmstadt abermals ein Corona-Test an, am 28. Dezember steigt die Mannschaft wieder ins Training ein. Denn schon am 2. Januar spielen die Lilien in der Liga beim VfL Bochum. Nur einen Tag später wird es wieder spannend. Dann wird in der ARD-Sportschau das DFB-Pokal-Achtelfinale ausgelost. Losfee ist der ehemalige Weltklasse-Skispringer Sven Hannawald.

Die Lilien hoffen auf einen attraktiven Gegner für die nächste Pokalrunde, die am 2. und 3. Februar ausgespielt wird. Die Chancen, dass sich der Fußball dann weiterhin im Geisterspiel-Modus befindet, sind relativ groß. Die Lilien-Spieler sollten also besser wieder eine Transparent-Botschaft an die Fans in der Hinterhand haben.