Der SV Darmstadt 98 muss auch in der ersten DFB-Pokal-Runde bei 1860 München die Startelf zusammenbasteln. Trainer Torsten Lieberknecht gewährt angesichts vieler Corona-Ausfälle Einblick in seine Gefühlswelt.

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Audioseite So ist die Personal-Situation bei den Lilien

Lilien-Trainer Torsten Lieberknecht ist in vielerlei Hinsicht gefordert.
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Der SV Darmstadt 98 wird auch in der ersten DFB-Pokalrunde gegen den starken Drittligisten 1860 München am Freitagabend (20.45 Uhr) ohne etliche Stammspieler auskommen müssen. Tobias Kempe, Mathias Honsak, Erich Berko und Tim Skarke befinden sich weiterhin in häuslicher Isolation, Profis wie Luca Pfeiffer oder Marcel Schuhen stecken in "Arbeitsquarantäne", sind nur zum Trainingsbetrieb mit dem Team zusammen. Frank Ronstadt, Braydon Manu und Patric Pfeiffer werden am Donnerstag aus ihrer Isolation entlassen und könnten dem Team theoretisch zur Verfügung stehen.

"Das ist auch eine mentale Geschichte"

"Das ist eigentlich verantwortungslos", sagte Trainer Torsten Lieberknecht in der Pressekonferenz am Mittwoch vor dem Duell in München. Die betroffenen Akteure müssten nach zweiwöchiger Pause in Absprache mit der medizinischen Abteilung selbst entscheiden, ob sie sich einen Einsatz zutrauen. Der Trainer warnte bereits, dass man sich auf diese Art und Weise durch die gesamte Hinrunde entlanghangeln müsse. Improvisation statt Einspielen also, viel Hoffnung und wenig Planbarkeit.

Steht Lieberknecht bei den Lilien vor seiner größten Herausforderung als Coach? "In dieser Dimension defintiv", gab er offen zu: "Wir müssen von Tag zu Tag schauen. Es geht einerseits darum, wie wir die Spieler matchfit bekommen. Andererseits ist das auch eine mentale Geschichte." Trotz fünf möglicher Wechsel sind die Darmstädter während der 90 Minuten in ihren Möglichkeiten eingeschränkt, mit vielen U-19-Akteuren kaum konkurrenzfähig.

Favoritenrolle liegt bei 1860

Nach der Partie beim Karlsruher SC (0:3) bemerkte Lieberknecht gar ein gewisses "Mitgefühl" beim Gegner. Für den kämpferischen Coach ein kaum zu ertragender Zustand: "Wir wollen nicht lamentieren oder in Selbstmitleid verfallen." Doch die Lilien agieren am Anschlag, personell darf nichts mehr passieren. Jeder weitere Ausfall lässt die Siegeschancen noch drastischer sinken.

Vorfreude auf ein tolles Pokallos an der Grünwalder Straße unter Flutlicht ist daher nicht zu spüren bei den Südhessen. Lieberknecht verspüre zwar "Spaß daran", erneut etwas auszutüfteln. Allerdings sind die Vorzeichen äußerst ungünstig, die mit vier Punkten sehr ordentliche in die Drittliga-Saison gestarteten Löwen werden gegen die noch punkt- und torlos in die Spielzeit taumelnden Darmstädter sogar Favorit sein.