Markus Anfang

Die Saison ist gelaufen, der SV Darmstadt 98 ist aber noch nicht satt. Gegen Heidenheim soll der aktuelle Lauf fortgeführt werden. Auch wenn die Vorbereitung auf das Spiel alles andere als normal ist.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Anfang: "Früher hätte man gesagt, nimm ein Buch mit"

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Endspurt in der Zweiten Liga, im Corona-Jahr 2021 bedeutet das: Alle Mann ins Quarantäne-Trainingslager, damit etwaige Infektionen nicht noch auf der Zielgeraden der Saison für Spielausfälle sorgen. Der SV Darmstadt 98 nächtigt seit dieser Woche in einem Hotel in Gersheim, die Voraussetzungen sind freilich gut, aber doch ganz ungewohnt.

"Es ist ein bisschen anders, wir sehen uns von morgens bis abends", sagte Lilien-Cheftrainer Markus Anfang auf der Pressekonferenz am Freitag vor dem Spiel gegen Heidenheim zur ungewohnten Situation. "Wir versuchen, es locker zu gestalten und den Jungs ein wenig Abwechslung zu bieten."

Kempe und Platte fallen aus

Die Auflagen der DFL haben den Sportleralltag dabei ordentlich durcheinandergewürfelt. "Beim Essen halten wir Abstand, die Mahlzeiten sind so eingeteilt, dass wir versetzt essen und nicht alle zusammenkommen", so Anfang. "Auch die Teambesprechungen machen wir im Hotel, weil die Räumlichkeiten größer sind. Und die Besprechungen sind kürzer. All das, damit wir weniger Risiko von Ansteckungen haben."

Ungeachtet dessen wollen die Lilien eine eigenartige Saison auf einer positiven Note beenden – und sind drauf und dran, das auch zu schaffen. "Wir haben aus den letzten neun Spielen 20 Punkte geholt, könnten die beste Rückrunde überhaupt spielen. Das gibt uns Auftrieb und Mut, trotz aller Verletzungssorgen", so Anfang. Und die sind nach wie vor groß: Zusätzlich zu den Langzeitverletzten fallen auch Felix Platte und Tobias Kempe aus, Tim Skarke, Erich Berko und Mathias Bader sind fraglich.

"Wir sind in der Lage, sie zu schlagen"

Auch wegen der drohenden Ausfälle wird das Spiel gegen den FCH kein Selbstläufer. Die Schwaben, in der Tabelle sechs Punkte vor den Lilien, spielen eine solide bis gute Runde und durften zeitweise gar vom Aufstieg träumen. "Sie haben in den letzten Wochen variiert, können mit Dreierkette und mit Viererkette spielen. Tim Kleindienst ist ein Ausnahmespieler in dieser Liga. Sie sind sehr unangenehm und schwer zu bespielen", so Anfang, der aber auch sagt: "Wir sind in der Lage, sie zu schlagen."

Im aktuellen Flow, will man meinen, müssen die Lilien ohnehin keinen Gegner fürchten. Mit einem Sieg hätte die Hessen stolze 30 Rückrundenpunkte auf dem Buckel, im Vergleich zu mageren 18 Punkten aus der Hinrunde. Der gute Saisonabschluss, er wird damit zur Frage der Ehre: "Wir können noch ein paar Tabellenplätze gut machen", so Anfang. "Die Mannschaft lehnt sich nicht zurück, sie will den Weg, den wir eingeschlagen habe, zu Ende gehen."