Schuster und die Profis jubeln.
Unter Trainer-Rückkehrer Dirk Schuster (li.) soll Darmstadt 98 wieder regelmäßig Grund zum Jubeln haben. Bild © Imago

Dem SV Darmstadt 98 droht nach einer Horror-Hinserie der Abstieg in die 3. Liga. Damit das Schreckens-Szenario ausbleibt, muss die Zukunft möglichst schnell wie die Vergangenheit werden. Der Teamcheck.

So lief die Hinrunde

Nach sechs Spieltagen war die Welt beim SV Darmstadt 98 noch schwer in Ordnung. Vier Siege standen zu diesem Zeitpunkt Mitte September auf dem Konto der Südhessen, von Tabellenplatz zwei aus schielten viele bereits in Richtung Wiederaufstieg. Die Mannschaft des damaligen Trainers Torsten Frings spielte zwar nicht immer ansehnlichen Fußball und offenbarte schon zu diesem Zeitpunkt Schwächen in der Defensive – in den entscheidenden Momenten funktionierte sie aber.

Imago Frings
Torsten Frings wurde nach der Hinrunde bei den Lilien entlassen. Bild © Imago

Spätestens nach der 0:3-Klatsche bei Mitabsteiger Ingolstadt war es jedoch vorbei mit der Darmstädter Herrlichkeit. Die Lilien blieben bis zur Winterpause zwölf Partien in Folge sieglos und verloren nach dem offiziellen Ende der Hinrunde auch noch ihren Coach. Der sonst so auf Kontinuität bedachte Präsident Rüdiger Fritsch wusste sich nach dem ungebremsten Sturzflug in den Tabellenkeller nicht mehr anders zu helfen und setzte Frings kurz vor Weihnachten vor die Tür.

Sein Nachfolger wurde ein alter Bekannter: Dirk Schuster. Der frühere Erfolgstrainer, der die Lilien einst von der 3. Liga in die Bundesliga geführt hatte, meldete sich in einer emotionalen Pressekonferenz zurück in Darmstadt und hat nun die Aufgabe, sein früheres Werk vor der Zerstörung zu retten.

Wer kommt, wer geht

Die wichtigste personelle Veränderung gab es wie erwähnt auf der Trainerbank. Aber auch im Kader hat sich etwas getan: Routinier Hamit Altintop hat sich aus privaten Gründen vorzeitig in seine Heimat verabschiedet und ein Loch im zentralen Mittelfeld hinterlassen. Stopfen könnte es ein Quasi-Neuzugang: Routinier Peter Niemeyer ist nach monatelanger Verletzungspause (Fersenverletzung, nur ein Saisonspiel) im Kader zurück.

Baris Atik
Baris Atik kam nach einem unglücklichen Intermezzo aus Kaiserslautern nach Darmstadt. Bild © Imago

Außerdem feiert mit Romain Brégerie ein alter Bekannter sein Comeback am Böllenfalltor. Der Ex-Ingolstädter soll wie in vergangenen, erfolgreichen Tagen in der Innenverteidigung ein Bollwerk mit Kapitän Aytac Sulu aufbauen. Als Linksverteidiger kam Joevin Jones von den Seattle Sounders, um den Konkurrenzkampf mit Platzhirsch Fabian Holland anzuheizen.

Für mehr Kreativität und Geschwindigkeit auf der Außenbahn soll Baris Atik sorgen. Der 23-Jährige hat jüngst in Kaiserslautern allerdings keine glanzvolle Zeit erlebt. Atik nimmt im Kader den Platz von Jamie Maclaren ein. Der Dauerreservist wurde von den Lilien nach Schottland an den Hibernian FC verliehen.

Der Trainer

Dirk Schuster soll es also richten. Nachdem Torsten Frings bei seiner ersten Station als Cheftrainer wegen Erfolglosigkeit gehen musste, setzt man in Darmstadt im Abstiegskampf auf Altbewährtes: Schuster soll Mentalität und Selbstvertrauen zurückbringen und, das ist sein wichtigster Auftrag, die Defensive stabilisieren. Die früheren so gefürchteten - und mittlerweile etwas abhandengekommenen - Darmstädter Tugenden müssen wieder aktiviert werden.

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"Ich fange erst einmal mit dem an, was geblieben ist", sagt Schuster. "Das sind Einsatzbereitschaft sowie die Willensstärke, auch im Training immer 100 Prozent abzurufen und Einheiten mit hoher Konzentration zu absolvieren." Die Ergebnisse sollen beim Tabellensechzehnten dann von selbst folgen. Das Trainingslager jedenfalls macht Mut: In zwei Spielen gab es kein Gegentor.

Ausblick auf die Rückrunde

Der zweite Abstieg in Folge soll bei den Lilien unbedingt verhindert werden. Darauf ist die Arbeit von Schuster und seinem Team primär ausgerichtet. Erst im zweiten Schritt geht es um eine spielerische Weiterentwicklung. Während sich der Cheftrainer vor dem Wiederbeginn gegen Schlusslicht Kaiserslautern mit Kampfansagen zurückhält, zeigt sich Rückkehrer Brégerie zumindest vorsichtig optimistisch: "Ich glaube sehr daran, dass wir die Klasse halten werden. Wir haben genug Qualität in der Mannschaft, um am Ende der Saison viel besser platziert zu sein."

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Romain Bregerie

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Brégerie: "Glaube daran, dass wir die Klasse halten werden"

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