Torsten Lieberknecht gegen KSC

Wer auf dem zweiten Tabellenplatz steht, ist normalerweise der Gejagte. Bei Darmstadt 98 ist das anders - auch am Samstag beim Tabellenletzten Ingolstadt.

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Torsten Lieberknecht: Fühlen uns immer noch als Jäger

Torsten Lieberknecht beim Trainingsauftakt der Lilien
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Torsten Lieberknecht war bester Laune. Das Darmstädter Torschuss-Training während der Woche lief gut. Doch Lieberknecht stichelte auch ein wenig gegen seine Spieler: "Hoffentlich kommt der eine oder andere Ball, der beim Torschuss-Training auf der Tennis-Anlage hinter dem Tor landete, wieder zurück." Man müsse da noch mal auf die Suche gehen. Der Lilien-Coach machte Scherze darüber, was zuletzt im Spiel gegen den Karlsruher SC nicht so gut lief: die Chancenverwertung. Das spricht für die Sicherheit und die Stimmung im Team.

Und überhaupt: Lieberknecht hat mit der Vielzahl an vergebenen Chancen gar kein großes Problem. Im Gegenteil. Die offensive Wucht, die man in den Spielen entwickele, sei eine große Stärke. 26 Mal hat seine Mannschaft beim 2:2 gegen den KSC aufs gegnerische Tor geschossen. Weit mehr als jeder andere Klub beim Jahresauftakt der zweiten Liga.

Vergebene Torchancen einfach weglächeln

Ob er seine Mannschaft zu einer besseren Chancenverwertung für das Auswärtsspiel bei Tabellenschlusslicht FC Ingolstadt (Samstag, 13.30 Uhr) ermuntert habe, wurde Lieberknecht in der Pressekonferenz gefragt. Der Lilien-Coach sprach den fragenden Journalisten direkt an:"Selbst wenn Sie jetzt eine Mannschaftssitzung leiten würden, würden Sie das wahrscheinlich genauso sagen. Ich glaube, da brauchst du keinen Trainer-Lehrgang zu".

Lieberknecht weiß selbst: Die Chancenverwertung ist ausbaufähig. Einen Psychotrick hatte er dann doch noch für das Ingolstadt-Spiel auf Lager: "Wenn du eine Torchance versemmelst, dann lächle die weg und freu dich auf die nächste."

Lieberknecht will die Konkurrenz jagen

Lieberknecht fühlt sich als Tabellenzweiter mit der prominenten Konkurrenz Werder Bremen, Hamburger SV und Schalke 04 im Rücken pudelwohl. Als Gejagter sieht er Darmstadt 98 aber definitiv nicht. "Wir sind nicht die Gejagten. Wir jagen aus allen Positionen, egal, wo wir stehen. Jedes Wochenende werden wir wieder irgendjemanden jagen. Jäger dieser großen Namen, die über Aufstieg sprechen."

Da müsse er manchmal auch wirklich schmunzeln. "Ich weiß nicht, warum man das überhaupt erwähnen muss, dass man beispielsweise als Schalke 04 aufsteigen will. Ich glaube, das tut uns gut, dass wir da anders sein können."

Lieberknecht warnt vor runderneuerten Ingolstädtern

Unterschätzen werde man den Gegner am Samstag definitiv nicht. Auch wenn der Tabellenletzter sei. Für Lieberknecht haben die aktuellen Ingolstädter nur noch wenig mit denen der Hinrunde zu tun, als sie fast in jedem Spiel klar unterlegen waren. Das Team des neuen Trainers Rüdiger Rehm sei durch zahlreiche neue Spieler vor allem in der Abwehr nun wesentlich besser aufgestellt.

Aber natürlich wolle man auch dieses Spiel gewinnen. "Wir wollen nach dem Spiel wieder unseren Siegerkreis bilden und eine gute Rückfahrt haben im Bus zurück nach Darmstadt. Das ist das, was uns motiviert", so Lieberknecht. Wenn das mit der besseren Chancenverwertung diesmal klappt, könnte daraus was werden.

So könnte Darmstadt 98 beim FC Ingolstadt spielen:

Grafik einer möglichen SVD-Aufstellung