Torsten Lieberknecht, SV Darmstadt 98

Lilien-Coach Torsten Lieberknecht hat einen Spielertypen besonders gern in seinem Kader. Und genau in dieses Muster passt auch ein Winter-Neuzugang des SV Darmstadt 98.

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Lieberknecht: "Wir wollen schnell ins Spielen kommen"

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Viele kennen es aus dem eigenen beruflichen Leben. Etwas läuft nicht richtig, es klemmt, es geht nicht voran, die Karriere, sie stockt. Sollten Sie in diesem Fall Fußballprofi sein und Ihre Laufbahn befindet sich in der Sackgasse, gibt es beim SV Darmstadt 98 jemanden, der Sie auf dem Zettel haben könnte: Trainer Torsten Lieberknecht. Denn der Lilien-Coach hat ein echtes Faible für solche Spieler.

"Ich mag solche Jungs", verriet der Darmstädter Übungsleiter zum Winter-Trainingsauftakt - und ging ins Detail: "Jungs, die, wie ich es gerne ausdrücke, den zweiten oder dritten Bildungsweg gehen mussten. Die eben nicht in einem Nachwuchsleistungszentrum waren, die sich durcharbeiten mussten." Spieler, die somit auch etwas außerhalb der Fußball-Welt gesehen haben.

Leipold soll erst einmal ankommen

Aus seiner Braunschweiger Zeit sei Karim Bellarabi so ein Beispiel dafür. Der hat es, auch dank der Mithilfe von Lieberknecht, in die Nationalmannschaft geschafft. Obwohl er seine Sporen erst einmal in der zweiten Mannschaft von Eintracht Braunschweig verdienen musste. Aber Lieberknecht vertraute ihm. Zweiter Bildungsweg eben.

Ins ähnliche Muster passt Lilien-Winter-Neuzugang André Leipold. Der Angreifer wechselt von Regionalligist Burghausen nach Südhessen. "Wir lassen ihn erst einmal ankommen", betonte Lieberknecht. "André wurde über unsere Scouting-Abteilung gefunden. Man sieht etwas sehr Interessantes an dem Jungen."

"Mir gefallen solche Spieler gut"

Was Leipold so interessant macht, erklärt der Lilien-Coach direkt: "Für mich ist auch er einer der Jungs, die den Straßenkicker-Instinkt drin haben, das Überraschende in ihrem Spiel." Die eben ein wenig aus dem Raster gefallen sind. "Diese Spieler zu unterstützen, das macht mir Spaß. Mir gefallen solche Spieler gut." Vielleicht schreibt Leipold ja eine ähnliche Geschichte wie Bellarabi. An Karriere-Förderer Lieberknecht wird das sicher nicht scheitern.