Serdar Dursun schirmt den Ball gegen einen Nürnberger ab.

Der SV Darmstadt hat sich mit dem 1. FC Nürnberg einen wilden Schlagabtausch geliefert. Beide Teams hätten den Sieg durchaus verdient gehabt. Am Ende teilten sie sich die sechs Tore aber gleichmäßig auf.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Grammozis: "Leistung war schon in Ordnung"

Lilien-Trainer Dimitrios Grammozis
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Der SV Darmstadt 98 hat die erste Partie nach der Länderspielpause am Sonntag unentschieden gespielt. Das wilde Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg endete 3:3. Das Blitz-Tor von Serdar Dursun (6. Minute) glich Robin Hack postwendend aus (9.). Michael Frey legte noch vor dem Pausentee für die Gäste nach (45.). Dario Dumic (74.) und erneut Dursun (82.) drehten die Partie wieder zugunsten der Südhessen. Das letzte Wort hatte aber wieder Hack (85.).

"Mit ein bisschen Glück kannst du denn Sieg noch nach Hause schaukeln", haderte Lilien-Trainer Dimitrios Grammozis nach der Partie im Gespräch mit dem hr-sport, sagte dann aber versöhnlich: "Die Leistung der Jungs war schon in Ordnung."

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Dursun: "Haben Vieles richtig gemacht"

dursun
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Lilien legen stark los

Die seit drei Spielen torlosen Lilien starteten wie die Feuerwehr in die Partie. Rutschte die Flanke von Marcel Heller noch durch den Strafraum durch, fand Marvin Mehlem von links direkt im Anschluss Dursun in der Mitte, der das Leder aus drei Metern nur noch über die Linie drücken musste (6.). Mindestens genauso überraschend glich der 1. FC Nürnberg drei Minuten später aus. Nikola Dovedan schickte Hack mit einem Steilpass auf die Reise, der U21-Stürmer blieb vor Florian Stritzel cool und markierte das 1:1.

Es war zwar nicht das technisch anspruchsvollste Spiel des Wochenendes, zumindest aber unterhaltsam – mit deutlichen Vorteilen für die Hausherren. Marcel Heller hatte die nächste nennenswerte Chance nach einem schönen langen Schlag von Dario Dumic. Seine Direktabnahme geriet allerdings zu mittig, sodass Christian Mathenia den Ball entschärfen konnte (27.).

Dursuns Treffer zählt nicht, Frey sehenswert

Die vermeintliche Belohnung für ihre Mühen holten sich die Südhessen in der 31. Minute ab. Wieder rutschte eine Flanke von rechts durch, wieder kam der zweite Ball von links perfekt zu Dursun, der dieses Mal mit dem Kopf zur Stelle war. Das Problem: Weil Patrick Herrmann beim Beginn des Angriffs knapp im Abseits stand, wurde der Treffer annulliert. Umso bitterer, dass Frey in der 45. Minute einen Dropkick von der Strafraumkante perfekt traf und der eigentlich unterlegene Club mit dem dritten Schuss zum zweiten Treffer kam.

Verdienen konnten sich die Nürnberger ihre Führung erst nach dem Seitenwechsel. Hack und Dovedan vergaben gleich zwei hundertprozentige Möglichkeiten kläglich (53., 55.). Die Gäste waren nun besser im Spiel, die Lilien standen hinten nicht sicher und fanden vorne kaum mehr statt.

Mit Stark kommt neuer Schwung

SV98-Trainer Grammozis regierte und kurbelte mit Yannick Stark (für Debütant Seung-ho Paik) und Stürmer Ozegovic die Offensive an. Und dann war es auch gleich Stark, der mit seinem ersten Abschluss noch an Mathenia scheiterte und den Nachschuss aufs nahezu verwaiste Tor dann nicht auf selbiges brachte (64.).

Letztlich blieb es einem Abwehrspieler überlassen, den Ausgleich zu erzielen. Nach einer Stark-Flanke verlängerte Immanuel Höhn den Ball an den zweiten Pfosten, wo ihn Dumic über die Linie drückte (75.). Nach einer Überprüfung durch den Videoschiedsrichter war der Ausgleich dann endgültig klar: 2:2. Der kuriose Schlussakkord sollte aber erst noch folgen.

Wieder Dursun, wieder Kerk

Erneut war es Dursun, der die Lilien zum zweiten Mal in diesem Spiel in Führung brachte – unter freundlicher Mithilfe von Mathenia. Bei einem langen Ball kam der Keeper etwas übermotiviert aus seinem Kasten und rannte in seinen Verteidiger. Beide Nürnberger gingen zu Boden, der Ball hoppelte in Richtung Club-Gehäuse und wurde vom unbehelligten Dursun eingeschoben.

Doch wie schon über sein erstes Tor konnte der Stürmer auch über diesen Treffer nur kurz jubeln. Drei Minuten später war es natürlich Hack, der sich nach einem Eckball aus der zweiten Reihe ein Herz fasste und das Rund durch Freund und Feind hindurch zum 3:3 in die Maschen hämmerte (85.). Die Lilien konnten von Glück sagen, dass Sebastian Kerk seinen Freistoß in der zweiten Minute der Nachspielzeit aus 30 Metern nur an den Pfosten setzte.

Weitere Informationen

SV Darmstadt 98 - 1. FC Nürnberg 3:3 (1:2)

Darmstadt: Stritzel - Herrmann, Dumic, Höhn, Holland - Paik (60.Stark), Schnellhardt (81. Kempe) - Heller, Marvin Mehlem (60.Ozegovic), Skarke - Dursun         
                                       
Nürnberg: Mathenia - Mühl, Erras, Margreitter (46.Jäger) - Sorg, Behrens, Geis, Nürnberger - Dovedan (69.Lohkemper), Hack - Frey  (87. Kerk)         

Tore: 1:0 Dursun (6.), 1:1 Hack (9.), 1:2 Frey (45.), 2:2 Dumic (75.), 3:2 Dursun (82.), 3:3 Hack (85.)   
Gelbe Karten: Dumic/Erras

Schiedsrichter: Sather (Grimma)       
Zuschauer:  15.290 (ausverkauft)     

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