Platte Dursun

Darmstadt 98 kommt gegen den VfL Osnabrück nicht über ein Unentschieden hinaus. Das Problem dabei ist klar: die mangelnde Chancenverwertung. Hoffnung macht immerhin ein Rückkehrer.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Darmstadt nur Unentschieden

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Nein, ein Blick in die Statistiken wird Lilien-Trainer Dimitrios Grammozis an diesem Montag sicherlich keinen Spaß bereiten. 23 Torschüsse, 15 davon innerhalb des Strafraums, 17 Flanken – und am Ende nur ein enttäuschendes 2:2 gegen den VfL Osnabrück. Kein Wunder, dass Grammozis' Laune nach dem Spiel nicht sonderlich gut war.

 "Natürlich nervt mich das", sagte Grammozis, der das Unentschieden zurecht als "zwei verlorene Punkte" bezeichnete. Gegen die Gäste waren die Lilien vor allem in der zweiten Halbzeit drückend überlegen, insbesondere nach dem Platzverweis für Osnabrücks David Blacha segelten die Bälle quasi im Minutentakt in den Gästestrafraum. "Wir haben alles versucht", so Grammozis. "Aber aus dieser Überlegenheit musst du auch die Tore machen. Der Killerinstinkt hat uns heute gefehlt. Fünf, sechs Mal wird der Ball quer in den Strafraum gespielt und wir springen alle vorbei." Mal wieder, möchte man anfügen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Grammozis: "Natürlich nervt mich das"

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"Im letzten Moment treffen wir die falsche Entscheidung"

Denn die mangelnde Chancenverwertung zieht sich bereits durch die gesamte Saison. Die Lilien haben erst 23 Tore erzielt, nur der Tabellenletzte aus Dresden ist vor dem Kasten noch harmloser. Ein grundsätzliches Qualitätsproblem sieht Grammozis indes nicht. "Im letzten Moment treffen wir die falsche Entscheidung", so der Trainer. "Aber es hat überhaupt nichts mit Qualität zu tun. Wenn die Qualität nicht da wäre, würden wir in diese Bereiche gar nicht reinkommen. Manchmal fehlen nur Zentimeter." Mittelfeldspieler Yannick Stark sah es ähnlich: "Man kann keinem explizit einen Vorwurf machen. Es waren viele Dinger, bei denen Millimeter gefehlt haben."

Millimeter, die für die Lilien mit Fortgang der Saison mehr und mehr zum Problem werden. Das Remis gegen biedere Osnabrücker war die fünfte Punkteteilung in Folge. Mit dem Ergebnis, dass die Hessen in der Tabelle auf der Stelle treten und in einer sehr engen Liga auch wieder nach unten schauen müssen. Bis zum Relegationsrang sind es lediglich drei Punkte.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Stark: "Fühlt sich nicht so gut an"

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Platte macht Hoffnung

Immerhin: Hoffnung beim Projekt Chancenverwertung macht dabei Felix Platte. Der Mittelstürmer hatte wegen eines Muskelbündelrisses die gesamte Hinrunde verpasst. Gegen Osnabrück kam Platte zur 62. Minute in die Partie und bildete fortan mit Serdar Dursun ein Sturmduo, dessen Körperlichkeit viele Mannschaften der Liga vor Probleme stellen kann. Platte fügte sich nach seiner langen Pause gut ein, arbeitete viel und belohnte sich mit dem Treffer zum 2:2.

Ein Comeback, das Lust auf mehr macht. Und die Zuversicht nährt, dass die Lilien in naher Zukunft zu alter Durchschlagskraft finden. Zumal Platte die richtige Mentalität mitzubringen scheint. "Wir hatten genug Chancen. Wir müssen die Dinger einfach reinschweißen", sagte er nach der Partie. In etwa das dürfte sein Trainer mit "Killerinstinkt" gemeint haben.