Enttäuschung bei Victor Palsson von Darmstadt 98 nach dem Spiel gegen Nürnberg

Darmstadt 98 hat eine extrem unglückliche Woche hinter sich. Selbst schuld, sagt Trainer Anfang - und gibt seinen Jungs erst mal frei.

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Last-Minute-Gegentor in Regensburg, Pokal-Aus im Elfmeterschießen in Kiel und jetzt die Heimniederlage gegen Nürnberg durch ein kurioses Eigentor: Darmstadt 98 ist in den letzten Tagen wahrlich nicht vom Glück verfolgt. "Man fragt sich einfach, wann das aufhört", haderte Kapitän Fabian Holland kurz nach dem Abpfiff am Samstag. "Wir kriegen Gegentore, die Wahnsinn sind."

Ex-Lilie Mathenia bereitet Eigentor vor

Mit "Wahnsinn" war das, was in der Nachspielzeit am Böllenfalltor passierte, passend beschrieben. Völlig unbedrängt köpfte Nicolai Rapp einen Ball über den konsternierten Torhüter Marcel Schuhen ins eigene Tor und besiegelte damit die 1:2-Niederlage. "Es ist natürlich brutal", sagte Ex-Lilie Christian Mathenia, der inzwischen beim FCN im Tor steht und mit einem langen Abschlag die Vorlage für den Slapstick-Moment gegeben hatte. "Dass so ein Tor am Ende entscheidet, ist für Darmstadt natürlich bitter, aber wir sind sehr froh drüber."

Nürnberg zieht durch den Erfolg in der Tabelle an den Lilien vorbei, die sich nun wieder mitten im Abstiegskampf der zweiten Liga befinden. "Es sind die ganze Saison über viele Tiefschläge, die wir bekommen", bilanzierte Trainer Markus Anfang. "Am Ende sind wir selbst schuld, das Spiel hätten wir ohne Probleme vorher zumachen können, weil wir in allen Bereichen die klar bessere Mannschaft waren." Das Eigentor schob er auf fehlende Kommunikation seiner Spieler. "Wir haben gedacht, es sei diese Saison schon alles passiert, jetzt auch das noch."

Anfang: "Wir wollen kein Mitleid"

Tatsächlich hatten die Lilien das Spiel unter Kontrolle, alleine die Tore wollten nicht fallen. Erst ein Handelfmeter, den sich Kapitän Holland nicht nehmen ließ, brachte in der 90. Minute den einzigen Treffer der Lilien. "Wir wollen kein Mitleid. Wir sind selbst dafür verantwortlich und müssen uns daran messen lassen, was wir aus unseren Torchancen machen", so Anfang, der seinen Spielern den Willen aber nicht absprechen wollte.

Nach mehreren Englischen Wochen haben die Darmstädter jetzt ein bisschen mehr Zeit für die Vorbereitung auf das nächste Spiel, das am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) gegen Osnabrück ansteht. Zeit vor allem für die Spieler, nach den aufreibenden Partien ein bisschen zur Ruhe zu kommen. "Jetzt brauchen die Jungs erst mal Abstand", so der Trainer. "Wir geben ihnen erst mal frei."