Enttäuschung bei Darmstadt 98 nach dem Pokal-Aus in Kiel

Nach dem denkbar unglücklichen DFB-Pokal-Aus in Kiel schwanken die Darmstädter zwischen Enttäuschung und Stolz. Die Köpfe wollen sie nicht allzu lange hängen lassen.

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Als es vorbei war, sanken die Spieler von Darmstadt 98 zu Boden, enttäuscht und erschöpft. In 120 Minuten plus Elfmeterschießen mit insgesamt 18 Schützen hatten die Lilien dem Bayern-Bezwinger Holstein Kiel am Dienstagabend einen großen Kampf geboten, standen am Ende des DFB-Pokal-Achtelfinals aber doch als Verlierer da.

"Kombination aus Ärger und Stolz"

"Natürlich ist gerade eine gewisse Portion Enttäuschung da", sagte Keeper Marcel Schuhen, der zwei Elfmeter rausgefischt und beim Versuch von Jae-sung Lee buchstäblich schon eine Hand am Weiterkommen hatte. Der Koreaner traf mit viel Glück, Kiel blieb in der Verlosung, am Ende siegten die Gastgeber mit 8:7. "Die Kombination aus Ärger und Stolz ist sehr groß", fasste Schuhen das Wechselbad der Gefühle zusammen.

"Man hat nicht gesehen, dass Kiel in der Meisterschaft 14 Punkte mehr hat als wir", sagte Lilien-Trainer Markus Anfang, während im Hintergrund der lautstarke Autokorso der Holstein-Fans zu hören war, die den Einzug in das Viertelfinale feierten. "Was soll ich den Jungs jetzt vorwerfen? Wir haben ein gutes Spiel gemacht."

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Tatsächlich hielten die Südhessen stark dagegen, selbst Holstein-Coach Ole Werner musste anerkennen, dass der späte Ausgleich durch Serdar Dursun (86. Minute) "nicht unverdient" war. "Am Ende des Tages gewinnt dann die glücklichere Mannschaft."

Freier Tag für die Lilien

Und genau damit haderte Anfang: dass das Glück einmal mehr auf Seiten der anderen war. "Das begleitet uns durch die ganze Saison, heute war der Höhepunkt. Wir werden im Moment für viele Sachen bestraft, aber das kann dich auch stärker machen und wir werden daraus Stärke ziehen." Die Lilien-Spieler bekommen am Mittwoch nach der Rückreise einen freien Tag in Vorbereitung auf das Zweitliga-Heimspiel gegen Nürnberg am Samstag (13 Uhr).

Mitnehmen können sie die vier Punkte aus den ersten zwei Rückrunden-Spielen und das Pokal-Aus, das Anfang auf besondere Art verbucht: "Es ist keine Niederlage, wir haben das Spiel über 120 Minuten nicht verloren. Wir nehmen mit, dass wir in der Rückrunde noch ungeschlagen sind."