Enttäuschung und Stolz beim SV Darmstadt 98 in München

Auf den Fehlstart in der Liga folgt für Darmstadt 98 das Aus im DFB-Pokal. Trainer und Spieler versuchen, dennoch optimistisch zu bleiben.

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Als die Niederlage bei 1860 München im Elfmeterschießen (4:5) besiegelt war, gingen die Köpfe bei Verantwortlichen und Spielern des SV Darmstadt 98 kurz nach unten. In noch immer angespannter Personallage schieden die Südhessen in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Drittligisten aus, nach zwei Niederlagen in der zweiten Liga ist der Fehlstart in die neue Saison perfekt.

Lieberknecht sieht "sensationellen Spirit"

Trainer Torsten Lieberknecht versuchte, schnell wieder optimistische Töne anzustimmen. "Ich bin massiv stolz auf die Mannschaft, die heute ein richtig großes Herz gezeigt hat und mit all den Herausforderungen fantastisch umgegangen ist. Trotz der Niederlagen entsteht ein sensationeller Spirit in unserer Mannschaft", sagte der Chefcoach nach der Pleite in München.

Mit einigen Szenen haderten die Lilien allerdings. "Kurz vor Schluss der Verlängerung haben wir dann nochmal ein richtig großes Brett. Wenn du danach im Elfmeterschießen verlierst, tut das natürlich wahnsinnig weh", sagte Lieberknecht und meinte damit das Pech von Patric Pfeiffer. Der Joker hatte in der 119. Minute die Chance, die Darmstädter mit einem Kopfball in die nächste Runde zu bringen - Löwen-Keeper Marco Hiller entschärfte mit einer starken Parade. Und auch im Elfmeterschießen hatte Pfeiffer gegen Hiller das Nachsehen, während alle Münchner ihre Elfmeter nervenstark verwandelten.

Führungstor erregt die Lilien-Gemüter

Und dann war da noch das Führungstor der Löwen durch Phillipp Steinhart in der 75. Minute, das für Diskussionen sorgte. Merveille Biankadi stand beim Schuss im Sichtfeld von Lilien-Torwart Marcel Schuhen und klar im Abseits. "Er steht vor meiner Nase, deswegen sehe ich den Ball nicht", schimpfte Schuhen, der nach seiner Quarantäne den Platz von Konkurrent Morten Behrens eingenommen hatte. Das Schiedsrichter-Team gab den Treffer, der VAR ist in der ersten Pokalrunde nicht im Einsatz.

Die Lilien korrigierten das auf ihre Weise: Sie schlugen nur fünf Minuten später durch den Ausgleich von Luca Pfeiffer zurück. "Ich hätte mein Tor gerne gegen ein Weiterkommen getauscht. Das Ausscheiden ist bitter und auch wirklich unglücklich", hielt aber auch die Freude des Torschützen nicht lange.

Lob auch vom Gegner

Nach insgesamt sieben positiven Corona-Fällen in den vergangenen Wochen und zahlreichen Spielern in Quarantäne fehlen Lieberknecht noch immer viele Akteure - auch deshalb das große Lob für sein Team. "Darmstadt hat trotz seiner dezimierten Personalsituation großes Herz gezeigt", pflichtete ihm sogar 60-Coach Michael Köllner fast wortgleich bei. Gegen Ingolstadt am kommenden Wochenende (Sonntag, 13.30 Uhr) muss aber endlich ein Erfolgserlebnis für die Lilien her.

Weitere Informationen

1860 München – SV Darmstadt 98 5:4 n.E. 1:1 (1:1, 1:1, 0:0)

München: Hiller - Deichmann, Lang, Salger, Steinhart - Moll (89. Neudecker), Dressel - Biankadi, Lex (78. Staude) - Mölders (89. Tallig), Bär (100. Goden)  

Darmstadt: Schuhen - Riedel, Müller, Isherwood (91. P.Pfeiffer), Bader (112. Arslan), Holland - Celic (70. Schnellhardt), Karlic, Goller (106. Manu), L.Pfeiffer (98. Sesay) - Tietz  

Tore: 1:0 Steinhart (75.), 1:1 L.Pfeiffer (80.), 1:0 Steinhart, 1:1 Holland, 2:1 Tallig, 2:2 Schnellhardt, 3:2 Dressel, 3:3 Manu, 4:3 Staude, 4:4 Tietz, 5:4 Salger

Gelbe Karten: Moll, Lang, Dressel, Salger -  Celic       
Schiedsrichter: Reichel (Stuttgart)       
Zuschauer: 4.158

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