Tietz und Kempe von Darmstadt 98 jubeln

Der SV Darmstadt 98 startet gegen den KSC ins Zweitliga-Jahr 2022 und will den Lilien-Fans dabei einen schönen Fernsehabend bereiten. Eine Hauptrolle könnte einem der Jungs aus der zweiten Reihe zukommen.

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Darmstadts Trainer Lieberknecht "traurig" über Zuschauersituation

Torsten Lieberknecht beim Trainingsauftakt der Lilien
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Es könnte alles so schön sein in Südhessen. Der SV Darmstadt 98, aktuell Tabellenzweiter der 2. Liga, beginnt das Jahr 2022 mit dem Topspiel am Samstagabend (20.30 Uhr) gegen den Karlsruher SC. Das heißt in normalen Zeiten: Flutlicht, ein attraktiver Gegner, volle Hütte. In Zeiten von Corona und Omikron dürfen das Spiel jedoch nur 250 Zuschauer auf der Tribüne verfolgen und zumindest einen Hauch Stimmung verbreiten. Ein Geisterspiel am Böllenfalltor. Mal wieder.

"Wir sind natürlich alle traurig, dass die Situation so ist. Wir gehen damit aber professionell um", sagte Darmstadts Trainer Torsten Lieberknecht am Donnerstag. Die Lilien wollen die äußeren Umstände ausblenden und ihren Fans auf anderem Weg einen schönen Abend bereiten. "Das ist eine gute Sendezeit, da werden hier in Darmstadt und der Region sicher viele vor dem Fernseher sitzen", so Lieberknecht. Das Ziel: einen Straßenfeger mit Unterhaltungswert und Happy End liefern. Wetten, dass das gelingt?

Lieberknecht hat die Qual der Wahl

Die Vorzeichen dafür stehen zumindest nicht schlecht. Im Gegensatz zu den Gästen aus Karlsruhe, die neben zahlreichen Verletzten auch den gelbgesperrten Shootingstar Tim Breithaupt ersetzen müssen, sind bei den Lilien bis auf die beiden Reservisten Adrian Stanilewicz (Magen-Darm) und Ensar Arslan (Oberschenkel) alle fit und einsatzfähig. "Der KSC hat personelle Probleme. Wir müssen nur lösen, wer in der Startelf steht", fasste Lieberknecht die Ausgangslage zusammen.

Genau dieses Personal-Puzzle könnte sich angesichts des Angebots im Kader aber als durchaus knifflig und arbeitsintensiv erweisen. Neuzugang André Leipold, der von Regionalligist Wacker Burghausen zu den Lilien gewechselt ist, muss sich zwar noch an das Tempo gewöhnen und dürfte noch keine Option sein. Gerade in der Offensive bieten sich Lilien-Coach Lieberknecht aber gleiche mehrere Varianten.

Reservisten bieten sich an

"Die vermeintlichen Jungs aus der zweiten Reihe schieben im Training extrem an", so Lieberknecht. Allen voran Erich Berko, der es in der Hinrunde nur auf Kurzeinsätze brachte, und Aaron Seydel, der nach der Verletzung von Luca Pfeiffer bereits im letzten Spiel des vergangenen Jahres seine Startelf-Premiere gefeiert hatte, kämpfen um ihren Platz. Aber auch Tim Skarke und Marvin Mehlem, die beide längere Verletzungen hinter sich haben, seien "gefühlte Neuzugänge" und Kandidaten für die Anfangsformation. "Wir haben einen guten, konzentrierten Konkurrenzkampf."

Gerade auf den offensiven Außenbahnen verfügen die Lilien mit Mathias Honsak, Braydon Manu, Skarke, Berko, Mehlem und dem zuletzt etwas ins Hintertreffen geratenen Benjamin Goller fast schon über ein Überangebot. Auf der Doppelsechs bewirbt sich neben den arrivierten Kräften Tobias Kempe und Klaus Gjasula zudem der wiedergenesene Fabian Schnellhardt um einen Platz im Team. "Die Gruppe schiebt zusammen. Alle müssen hellwach sein", so Lieberknecht.

Lilien verspüren keinen Druck

Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rückrunde sind also gegeben, die Lilien starten fokussiert und ohne Sorgen ins Jahr. Der aktuelle Tabellenplatz, der zum Aufstieg in die Bundesliga berechtigen würde, soll möglichst lange gehalten werden. Druck, das versicherte Lieberknecht gleich mehrfach, verspüre deshalb aber niemand. "Ich merke eine Angespanntheit in der Truppe, weil es wieder losgeht. Unsere Lust zu gewinnen ist aber definitiv größer als die Angst, etwas zu verlieren." Na dann: Film ab.

So könnte Darmstadt 98 gegen Karlsruhe spielen:

Mögliche Lilien-Aufstellung gegen Karlsruhe
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