Die Lilien daheim vor ihren Fans.

Darmstadt 98 fährt als schlechteste Auswärtsmannschaft der 2. Liga nach Sandhausen. Dort soll es mit dem ersten Dreier in der Fremde klappen. Die Lilien setzen auf die "Kippmomente" auf ihrer Seite - und auf die lautstarke Unterstützung von Familie Lieberknecht.

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zum Video So fielen die Tore bei den Lilien in Heidenheim

Philipp Tietz trifft zum 1:1 in Heidenheim.
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Die 84. Minute beim Auswärtsspiel in Heidenheim erzählt viel über den bisherigen Darmstädter Saisonverlauf. Die Lilien hatten die Chance, beim Stand von 1:1 gefährlich nach vorne zu kommen, doch der Steckpass von Emir Karic auf der linken Seite blieb aus. So baute Heidenheim den Gegenangriff über ihre seine linke Seite auf, die rechte Seite aber ließen die Lilien offen.

Heidenheims Robert Leipertz bekam dort viel Raum für die Ballannahme, ein Dribbling und eine Flanke in die Mitte - wo Stefan Schimmer zum 2:1 einköpfte. Darmstadt verlor auch aufgrund dieser kurzen Sequenz, einem sogenannten "Kippmoment" des Spiels. Ein sauber vorgetragener Angriff hätte in einem ausgeglichenen Spiel die Führung bedeutet, nun aber standen die Lilien wieder einmal ohne Punkte in der Fremde da.

Lieberknecht: Auswärts bisher ordentlich gespielt

Nach vier Spielen sind sie Letzter in der Auswärtstabelle, gerade zuletzt verloren sie die Partien denkbar knapp. "Wir haben bislang ordentliche Auswärtsauftritte gezeigt. Nun wollen wir unsere Punkteausbeute mit einem Sieg ausbauen", sagte Lieberknecht in der Pressekonferenz am Freitag. In der ausgeglichenen zweiten Liga entscheiden derzeit Kleinigkeiten über den Ausgang - und eben die Automatismen.

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zum Video Highlights: 1. FC Heidenheim - Darmstadt 98

Heidenheim - Darmstadt - die Highlights
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Tabellenführer Regensburg und die Verfolger St. Pauli wie eben Heidenheim verfügen über eine in großen Teilen eingespielte Mannschaft mit den selben Verantwortlichen wie im Vorjahr. Bei den Lilien aber schimmern zuweilen die Trainervorgaben des vergangenen Jahres durch - vor dem 1:2 wurde die linke Seite geöffnet, um den Druck auf der rechten Seite erhöhen zu können.

Option fürs Zentrum: Kapitän Fabian Holland

Der Mann im Blickpunkt der geschilderten Szene: Emir Karic, mit dem Trainer Lieberknecht das Defensivverhalten unter der Woche noch einmal aufarbeitete. Und dennoch könnte Karic am Sonntag in Heidenheim wieder eine Option für die Startelf sein. Wenn er auf links verteidigt, würde schließlich Fabian Holland wie in der Schlussphase des vergangenen Spiels ins Zentrum rücken.

Gerade in dieser Zone vermissen die Lilien die Ideen und die Arbeit gegen den Ball des gesperrten Fabian Schnellhardt. Holland zeigte beim Spiel in Heidenheim sein gutes Spielverständnis, mit der er eine Großchance der Darmstädter einleitete.

Auch Nemanja Celic könnte wie schon in Heidenheim eine Option auf der Sechs sein. Der Neuzugang ist durchaus engagiert, muss sich aber auch noch merklich an die Liga gewöhnen. Insgesamt kann Lieberknecht in Sandhausen bis auf Tim Skarke und Marvin Mehlem personell auf alle verfügbaren Akteure setzen.

1.005 Lilien-Fans sind mit dabei

Auch Aaaron Seydel meldete sich nach monatelanger Verletzungspause in Heidenheim mit seinem Pflichtspieldebüt zurück. Dementsprechend selbstbewusst gibt sich Lieberknecht: "Wir wollen in einem gefühlten Heimspiel dann auch mal auswärts einen Dreier holen."

Für den ersten Auswärtssieg kann Darmstadt nämlich auf die Unterstützung von 1.000 Lilien-Fans in Sandhausen bauen, wie Darmstadts Pressesprecher am Freitag mitteilte - dann aber von Lieberknecht korrigiert wurde: "1.005. Meine Familie wird auch im Stadion sein."

So könnte Darmstadt 98 in Sandhausen spielen:

So könnten die Lilien in Sandhausen spielen.


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