Lukas Mai im Training mit Jerome Boateng (li.) und Benjamin Pavard (re.)

Einer mit dem Bayern-Gen für die Darmstädter Defensive: Der SV98 hat sich die Dienste des Münchener Abwehrspielers Lukas Mai gesichert. Wohl nicht die letzte Anpassung in der Problemzone der Lilien.

Darmstadt 98 hat Innenverteidiger Lukas Mai für ein Jahr auf Leihbasis verpflichtet. Der 20-Jährige kommt vom FC Bayern ans Böllenfalltor. Sein Arbeitspapier in München war vorzeitig bis 2023 verlängert worden, ehe beide Clubs den Transfer am Dienstag als perfekt meldeten.

"Wir haben stets kommuniziert, dass wir gerade in der Abwehrzentrale Handlungsbedarf sehen. Daher sind wir überaus froh, dass wir mit Lukas Mai einen talentierten Spieler für uns gewinnen konnten", sagte Darmstadts Sportlicher Leiter Carsten Wehlmann.

"Ein toller, familiärer Verein"

Der Neuzugang, der bei den Bayern unter dem damaligen Trainer Jupp Heynckes bereits zweimal Bundesliga-Luft schnuppern durfte, absolvierte seine Spiele in der abgelaufenen Saison in der 3. Liga. Und das äußerst erfolgreich: Mai und die Münchener U23 sicherten sich die Meisterschaft. Und weil Zweitvertretungen von Bundesligisten nicht aus der 3. Liga aufsteigen dürfen, macht Mai diesen Schritt nun in Südhessen.

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Fritz-Walter-Medaille

Als B-Jugendlicher wurde Lukas Mai 2017 mit der Fritz-Walter-Medaille in Bronze ausgezeichnet. Die Ehrung geht jährlich an die größten Talente des Landes.

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"Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich beim SV Darmstadt 98 die Chance bekomme, mich in der 2. Bundesliga zu beweisen und mich hier sowohl fußballerisch als auch persönlich weiterzuentwickeln", sagte der Abwehrspezialist. "Der SV 98 ist ein toller, familiärer Verein. Weil auch die Gespräche mit den sportlichen Verantwortlichen echt super waren, habe ich bei der Anfrage der Lilien nicht lange zögern müssen."

Große Lücken im Abwehrzentrum

Mai war im Sommer 2014 von Dynamo Dresden nach München gekommen. Mit den Amateuren des FC Bayern stieg der Abwehrspieler 2019 in die 3. Liga auf und wurde dort mit seiner Mannschaft auf Anhieb Meister. Er wird wahrscheinlich nicht der einzige Neuzugang der Lilien im Abwehrzentrum bleiben. Denn Nicolai Rapp und Dario Dumic waren im vergangenen Jahr ebenfalls nur nach Darmstadt verliehen. Ihre Zukunft ist offen.

Der neue Darmstädter Cheftrainer Markus Anfang brachte die Probleme jüngst im Interview mit dem hr-sport auf den Punkt: "Wir könnten momentan kein Spiel gestalten, weil wir keine Innenverteidigung haben. Immanuel Höhn kommt aus einer Verletzung heraus, Patric Pfeiffer ist verletzt, wann Mathias Wittek zurückkommen wird, ist völlig offen, und sonst haben wir noch keine Innenverteidiger."

Der Anfang ist mit der Verpflichtung von Mai nun gemacht. Außerdem haben die Lilien mit Ensar Arslan das wohl größte Offensivtalent aus dem eigenen Nachwuchsbereich nach einer Hängepartie doch noch an den Verein binden können.