Klaus Gjasula (2.v.r.) feiert mit seinen Kollegen.

Von Howard Carpendale bis Lorenz Büffel - die Mannschaft von Darmstadt 98 feiert mit Schlager-Songs und gemeinsamen Essen. Mittelfeldspieler Klaus Gjasula spricht über den Teamgeist und warnt vor einem Pilzsammler beim kommenden Gegner.

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So richtig weiß Klaus Gjasula nicht, wie das Ganze begann. Der Mittelfeldspieler von Darmstadt 98 vermutet Kapitän Fabian Holland oder den "Tietzer" (Phillip Tietz) als Initiatoren. Aber Gjasula sagt: "Das ist richtig geil" - und meint damit den besonderen Tanz der Lilien nach gewonnenen Spielen.

Sie springen dann im Kreis hin und her und singen "alle Mann nach links, nach rechts, nach vorn", zum Lied eines gewissen Lorenz Büffel mit dem Titel "Doppelhorn". Wer es nicht kennt, der muss sich nicht genieren - es rührt schließlich aus dem Schlager-Ballermann-Musikkosmos.

"Carpendale" Luca Pfeiffer bekommt eigenes Album

Bei den Lilien aber scheint diese Richtung äußerst angesagt zu sein. Auf den Busfahrten stimmen Spieler oder auch mal der Trainer die deutschen Hits an, Coach Torsten Lieberknecht nannte Luca Pfeiffer schon den "Howard Carpendale" im Team (woraufhin die Lilien gleich mal ein Album mit abgewandelten Songs des Barden und einem Albumcover für Pfeiffer erstellten).

Das Singen dient als ein Beleg für den ausgezeichneten Teamgeist in der Mannschaft, das gemeinsame Essen am Vereinsgelände ist ein weiterer. Gjasula erschien am Dienstag verpätet zu einer Medienrunde, weil Holland und Matthias Bader noch der Mannschaft ein "Vier-Gänge-Menü" wegen ihrer Vertragsverlängerungen ausgaben. Zuletzt hatte das Team beim Rührei-Frühstück die Gegner analysiert.

Warnung vor Pilzesammler Michel

Gjasula profitiert von diesem ausgeprägten Gemeinschaftsgefühl. Der "Wohlfühlfaktor" sei ihm für sein Spiel wichtig, beim Hamburger SV habe er das genaue Gegenteil erlebt. Der Mittelfeldmann verglich die Atmosphäre in Darmstadt mit jener beim SC Paderborn, mit dem er 2019 in die Bundesliga aufstieg. "Das Drumherum ist in beiden Vereinen ähnlich", so Gjasula. Am kommenden Samstag (13.30 Uhr) reist er mit den Lilien nun zu seinem alten Verein nach Ostwestfalen, wo er "die wichtigsten zwei Jahre der Karriere" erlebt habe.

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Audioseite Gjasula über Ex-Kollege Michel: "Ein gefährlicher Stürmer und feiner Kerl"

Klaus Gjasula und Sven Michel beim SC Paderborn.
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Der Albaner trifft dann auch auf alte Kollegen wie Sven Michel. Paderborns Stürmer befindet sich mit 13 Treffern in 15 Spielen in der Form seines Lebens - eine Warnung für die Lilien. "Seine Quote überrascht mich nicht. Er hat in jeder Saison gezeigt, dass er ein guter Stürmer ist", sagt Gjasula. "Mich freut das besonders, weil er ein echt feiner Kerl ist." Michel geht neben der Torejagd in seiner Freizeit auf Pilzsuche. "Der ist ein echter Naturbursche."

Noch immer Thema: der Rekord an Gelben Karten

Bei der Begegnung mit seiner Vergangenheit kommt Gjasula aber auch an einem besonderen Thema nicht vorbei: seinem Rekord an Gelben Karten (17) in der Bundesliga-Saison 2019/20. "Mir macht es nichts aus, darauf angesprochen zu werden. Ich nehme mir auch jede Saison vor, dass es nicht so viele gelbe Karten werden sollen."

Momentan steht Gjasula bei vier gelben Verwarnungen, drei Treffer hat er schon aufgelegt, noch keinen selbst erzielt. Beim letzten Spiel gegen Düsseldorf hätte er allerdings beinahe das 1:0 geköpft.

Klaus-Gjasula-Allee in Paderborn?

Nicht nur die vergebene Torchance wurmt ihn im Nachgang, sondern auch die erste Halbzeit beim 1:3 gegen Düsseldorf. "Da haben wir verdient zurückgelegen. Manchmal sind Niederlagen aber auch zu etwas gut", erklärt Gjasula im Hinblick auf eine mögliche Reaktion der Mannschaft in Paderborn.

Dort, so berichtet der Albaner, habe man nach dem Traumtor seines damaligen Kollegen eine (Moritz-)Stoppelkamp-Allee errichtet, aber eine Klaus-Gjasula-Allee sei nicht geplant worden. Mit gutem Grund, wie er selbst sagt: "Da wäre dann auch alles gelb."