Torsten Lieberknecht Darmstadt 98

Hinter dem SV Darmstadt 98 liegt eine turbulente Länderspiel-Pause. An geregeltes Training war nicht zu denken, wie die Mannschaft gegen Kiel aussieht, ist völlig unklar. Und dennoch hört man langsam andere Töne von den Lilien.

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Darmstadt mit Corona-Problematik vor Kiel-Spiel am Samstag

Torsten Lieberknecht in Bremen
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Das Lachen war Torsten Lieberknecht nicht vergangen, einer kleiner Scherz musste auch am 1. April sein. "Der Arzt macht die Aufstellung", erklärte der Trainer des SV Darmstadt 98 am Freitag mit einem breiten Grinsen. Wie bei jedem guten Gag steckt bei den Lilien vor dem Spiel gegen Kiel am Samstag (13.30) aber auch in diesem Witz ein Fünkchen Wahrheit. Denn hinter den Südhessen liegt eine turbulente Länderspielpause.

Direkt zum Start gab es die Nachricht, dass sich mindestens zehn Spieler der Darmstädter mit dem Coronavirus infiziert hatten. An geregeltes Training war nicht zu denken, Trainer Lieberknecht musste improvisieren. "Die Herausforderung war, die Trainingswoche von Tag zu Tag zu gestalten", beschreibt es der Lilien-Coach.

Ob alle spielen können, bleibt fraglich

Mittlerweile sind alle Spieler wieder freigetestet. Ob sie aber auch auflaufen können, ist die andere Frage. Die Spieler seien zu unterschiedlichen Zeitpunkten ins Training eingestiegen, erklärte der Darmstädter Trainer. "Sie sind einsatzfähig, haben aber verschiedene körperliche Vorrausetzungen. Das werde ich berücksichtigen", so Lieberknecht. Das schwierige Corona-Puzzle gilt es bis Samstag zu lösen. Leicht wird das nicht.

Neben der nervigen Herumschieberei, wer denn nun wo auflaufen könnte, gibt es bei den Lilien aber auch noch gute Nachrichten. Das Stadion ist am Samstag im Heimbereich ausverkauft, an allen Ecken und Enden spürt man rund um die Lilien eine riesige Euphorie. Die Mission Aufstiegschance-Nutzen soll gegen Kiel endgültig Fahrt aufnehmen.

"Die leichte Euphorie ist richtig"

Auch Lieberknecht spürt das. "Die leichte Euphorie ist richtig. Es ist immer noch ein Wahnsinn, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt darüber sprechen dürfen, dass wir eine Chance haben", betonte der 48-Jährige. "Man merkt aber immer noch, dass wir weiterhin als Randnotiz gesehen werden im Aufstiegsrennen."

Das war schon einmal so, 2015. Am Ende stiegen die Darmstädter damals auf - als krasser Außenseiter. "Darin liegt aber auch der Reiz. Das war damals auch so", berichtet Lieberknecht, der sich noch gut an den Lilien-Durchmarsch in die Bundesliga erinnert. "Für mich als Außenstehender war damals der entscheidende Punkt, dass die Mannschaft komplett stabil war, sich nicht von Rückschlägen hat zurückwerfen lassen und die eine absolute Gemeinschaft war. Das sind auch die Punkte, die wir jetzt reinwerfen müssen."

Genügend Rückschläge in der Länderspielpause

Gegen Kiel wird es genau diese Gemeinschaft brauchen. Genügend Rückschläge, die es zu überwinden gilt, hatten die Lilien in der Länderspielpause ja bereits. Und sollten die Darmstädter die Gäste aus dem hohen Norden am Ende besiegen, dürfte Lieberknecht wieder ein breites Grinsen im Gesicht haben.