Torsten Lieberknecht war zuletzt beim MSV Duisburg tätig.

Darmstadts neuer Trainer Torsten Lieberknecht will bei den Anhängern am Bölle ein emotionales Feuer entfachen. Bei einer seiner Stationen genießt der Trainer noch immer Legendenstatus.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Torsten Lieberknecht ist neuer Trainer des SV Darmstadt 98

Torsten Lieberknecht
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Der SV Darmstadt 98 hat einen Nachfolger für den nach Bremen abgewanderten Markus Anfang gefunden: Torsten Lieberknecht wurde am Dienstag als neuer Trainer präsentiert, am Donnerstag stellt er sich offiziell den Journalisten vor. Aber welche Qualitäten bringt der 47-Jährige mit ans Bölle?

"Er brennt auf die Herausforderung"

"Torsten steht nicht nur für große Leidenschaft und hohe Vereinsidentifikation, sondern in erster Linie vor allem für einen modernen, aktiven Spielansatz - ein Punkt, auf den wir großen Wert gelegt haben", erklärt der Sportliche Leiter Carsten Wehlmann, warum Lieberknecht der Wunschkandidat der Lilien war. "Wir haben vom ersten Moment an gespürt, wie sehr er auf die Herausforderung bei uns brennt."

Und dieses Feuer will Lieberknecht nun auch bei den Darmstädter Fans entfachen. "Torsten Lieberknecht hat diesen Fleiß und den Einsatz, den lebt er auch den Spielern vor. Er geht an der Seitenlinie voll mit", sagt Lars Rücker, Sportredakteur der Braunschweiger Zeitung, der Lieberknechts Arbeit bei der Eintracht jahrelang begleitet hat. "Wenn man ein Stadion hat, das die Mannschaft pusht, dann kann das mit ihm auf jeden Fall eine schöne Zeit werden."

Wut-Ausbruch nach Fan-Reaktionen in Braunschweig

Denn der gebürtige Pfälzer, der während seiner Zeit als Spieler von Wolfgang Frank zu einer Trainerkarriere inspiriert wurde, wirft sich im Zweifel auch schützend vor seine Mannschaft. Nach einem Spiel gegen Aue im Jahr 2017 beklagte er sich in der anschließenden Pressekonferenz lautstark darüber, dass Fans seine Spieler verhöhnt hätten. "Das ist eine Schande. Das kotzt mich an", wütete er damals.

Nicht nur wegen seiner Emotionalität hat er bei Eintracht Braunschweig bei Teilen der Anhängerschaft Legendenstatus erreicht. Zehn Jahre lang stand er bei den Niedersachsen an der Seitenlinie, führte das Team nach dem knappen Klassenerhalt in der 3. Liga 2008 bis zum Bundesliga-Aufstieg. "Immer, wenn hier der Trainer fliegt, wünschen ihn sich viele zurück", erzählt Rücker.

Hoffnung auf die Jugend

Nach seiner Entlassung in Braunschweig 2018 heuerte Lieberknecht in Duisburg an, konnte dort aber keine Ära begründen. Das soll in Darmstadt jetzt anders werden - auch im Sinne der Lilien: Dimitrios Grammozis verließ die Südhessen, weil er mit dem angebotenen Einjahresvertrag nicht einverstanden war. Markus Anfang ließ sich nach nur einem Jahr abwerben. Es braucht dringend Konstanz auf der Trainerposition.

Was Anfang störte, könnte Lieberknecht jedoch zum Vorteil gereichen: Der SVD musste große Namen wie Serdar Dursun und Victor Palsson ziehen lassen, die Einbindung der Jugendspieler klappte in den letzten Jahren kaum. "Er hat das Zeug dazu, junge Spieler zu entwickeln", sagt Rücker. "Viele No-Names sind bei ihm aufgeblüht und zu guten Zweitliga-Spielern geworden."