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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Grammozis: "Für alle Beteiligten schwierige Situation"

Imago Lilien

Bevor es in der 2. Bundesliga für Darmstadt 98 am Samstag wieder losgeht, hat Trainer Dimitrios Grammozis zu besonderen Mitteln gegriffen - von der Simulation eines Geisterspiels bis zur Erinnerung an längst vergessene Tage.

Wenn Lilien-Trainer Dimitrios Grammozis über den anstehenden Spieltag spricht, klingt eigentlich alles wie immer. "Ich werde wieder Kopfschmerzen haben, was die Aufstellung angeht. Viele Jungs haben sich angeboten", sagte der Coach am Donnerstag und ergänzte mit Blick auf den Gegner: "Karlsruhe wird versuchen, gegen uns zu gewinnen, um wieder an die Nichtabstiegsplätze heranzurücken." Doch für Grammozis und seine Spieler ist vor dem Spiel beim Karlsruher SC am Samstag (13 Uhr) nichts wie gewohnt.

Angesichts der Corona-Pandemie herrschte auch am Böllenfalltor wochenlang Ausnahmezustand. Das ist auch jetzt - kurz vor dem Re-Start der 2. Bundesliga nicht anders. "Es ist für alle eine neue Situation", betonte Grammozis und lobte seine Spieler. Alle hätten in den vergangenen Wochen hart gearbeitet, ihre Werte verbessert, eben das Beste aus der Situation gemacht. "Alle haben super mitgezogen", so Grammozis. "Wir freuen uns, dass es wieder losgeht."

Geisterspiel simuliert

Grammozis ist dieser Tage mehr als ein Coach. Er weiß, was wichtig ist - die Kommunikation, das Verständnis für sein Team "Wir wissen, dass die Belastung für die Spieler extrem ist - das kann man auch im Training nicht simulieren", betonte er etwa. Dennoch habe er versucht, seine Mannschaft auf die besondere Atmosphäre eines Geisterspiels vorzubereiten.

"Wir haben hier im Stadion elf gegen elf gespielt", so Grammozis. Am Böllenfalltor haben die Lilien simuliert, was das Team am Samstag erwartet - von den Abläufen rund um die Partie über das Einlaufen ins Stadion bis zur Stille auf den Rängen. "Damit die Jungs wissen, wie sich das anfühlt", erklärte der Coach. Und auch auf dem Platz werden sich Dinge verändern. "Es wird viel mehr auf die interne Kommunikation ankommen."

Back to Bolzplatz

Das aber ist längt nicht alles - die Fans, sie fehlen nicht nur auf den Rängen. "Zum Stadion fahren, die Leute und die Begeisterung zu sehen, dieses Funkeln in den Augen - das werden wir schon vermissen", sagte Grammozis. Für die Fans spielen kann sein Team aus Sicht des Trainers aber trotzdem. "Ich hoffe, dass wir den Fans am Fernseher trotzdem das Gefühl geben, dass wir für sie spielen und dass sie trotzdem das Gefühl haben, dass wir uns für sie den Hintern aufreißen."

Dabei könne es den Spielern auch helfen, sich an ihre eigenen Anfänge zu erinnern. Da hätten sie nicht vor 50.000 Menschen gespielt, sondern nur vor 20 oder 30, aber getragen "vom unbedingten Willen, der unbedingten Gier", ein großes Ziel zu erreichen. "Das ist jetzt Back to the roots - sich erinnern und das im Stadion umwandeln", so Grammozis. Mit jenen Tugenden soll der Re-Start in der 2. Bundesliga gelingen, back to the Bolzplatz also. Und dann wäre für die Lilien ja doch wieder alles wie immer.