Marcel Schuhen hält den Elfmeter für die Lilien.

Fehlstart, Pokalaus, Corona-Fälle - der Saisonbeginn verlief für Darmstadt 98 bitter. Doch laut Torwart Marcel Schuhen tankte das Team genau in dieser Phase die Energie für die aktuelle Serie.

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Marcel Schuhen von Darmstadt 98 beim Trainingsauftakt zur neuen Saison
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Der Begriff "Länderspielpause" ist irreführend. Zwar haben auch die Lilien in dieser Woche spielfrei, an der Arbeitsintensität ändert dies allerdings anscheinend nichts. So berichtete Torwart Marcel Schuhen am Dienstag, dass ihm die Einheit vom Vortag noch in den Knochen stecke. Und an seinen Abwehrspieler Patric Pfeiffer ließ er einen augenzwinkernden Hinweis ausrichten.

Dieser hatte berichtet, dass er sich noch nicht bei 100 Prozent Fitness fühle. "Wenn er sagt, er ist am Zenit, könnt ihr ihn gerne noch mal zu mir schicken", so Schuhen, der sich im internen Wettstreit gegen Herausforderer Morten Behrens als Nummer eins durchgesetzt hat.

Schuhens besonderer Rat an den "Tietzer"

Seine Mitspieler können nicht nur von Schuhens Ansagen am Mikro profitieren. Am Samstag, im Heimspiel gegen Hannover 96 (4:0) hielt der 28-Jährige einen Strafstoß und machte direkt danach den jubelnden Kollegen klar: "Wach bleiben!" Denn umgehend rollte der nächste Angriff aufs Lilien-Tor, den der Keeper ebenfalls entschärfte. "Diese Phase bis zum 3:0 war das Gesamtpaket für die Entscheidung im Spiel", so der Schlussmann. Er lobte auch, wie seine Vorderleute die Angriffe der Hannoveraner kompromisslos wegverteidigten.

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Darmstadts Phillip Tietz nach dem Sieg gegen Hannover.
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Auch die Stürmer Phillip Tietz und Luca Pfeiffer waren bei den Ecken zur Stelle. "Wenn ihr die Bälle am kurzen Pfosten weghaut, werdet ihr vorne mit Toren belohnt", gab ihnen Schuhen mit auf den Weg. In der Szene vor dem Strafstoß allerdings hatte Tietz die Ecke nicht verteidigt, sondern den Ball mit dem Arm berührt. Der Angreifer bedankte sich daher nach der Partie beim Torwart für den gehaltenen Elfer - der aber davon nicht viel wissen wollte. "Dafür bin ich da. Nach dem Spiel muss man sich bei keinem bedanken", erklärte Schuhen.

Schuhen: "Bei uns hat keiner rumgejammert"

Allein diese Anekdote zeigt, wie ausgeprägt der harmonische Umgang bei den Lilien zu sein scheint. Selbst nach dem Pokaus hatte Neuzugang Emir Karic auf die gute Stimmung im Team verwiesen. Die Lilien trotzten den Niederlagen und Corona-Ausfällen im Kollektiv. Die Mannschaft habe eine große Energie aus dem Start gezogen, meinte nun auch der Keeper. "Bei uns hat keiner rumgejammert, auch intern gab es keine Ausreden. Im Gegenteil: Die Lage hat uns stärker gemacht."

Das Heimspiel gegen Ingolstadt (6:1) sei wie eine "Explosion" gewesen, doch tatsächlich griff Schuhen für eine Erklärung auch zurück in die vergangene Saison. Beim Auswärtssieg in Paderborn Anfang März habe die Mannschaft wieder zu sich gefunden, sie spielte seitdem "Darmstadt-like", sprich auch eklig, dreckig und energisch gegen den Ball. Heraus kam eine erfolgreiche Serie in der Rückrunde, an die die aktuelle Verfassung auch erinnert (in den vergangenen drei Spielen holten die Lilien sieben Punkte und schossen zwölf Tore).

Seit dem Paderborn-Spiel schließt sich der Kreis

Auch ein Grund dafür: Seit dem Paderborn-Spiel versammeln sich die Spieler vor dem Anpfiiff zu einem Kreis. Und auch Schuhen hält noch einmal die letzten Motivationsreden. Auf Ansagen versteht sich der Schlussmann schließlich.

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