Mathias Honsak

Lilien-Offensivspieler Mathias Honsak blickt auf eine bislang wechselhafte Saison zurück. Im letzten Saisondrittel will der Österreicher nun wieder mit Darmstadt 98 in die Erfolgsspur zurückkehren.

Es ist ja alles nochmal gut gegangen. 63. Spielminute, der SV Darmstadt 98 schnuppert am wichtigen Sieg gegen den VfL Osnabrück, Marvin Mehlem zieht ab und der Abpraller von VfL-Keeper Philipp Kühn landet vor den Füßen von Mathias Honsak. Und was macht der Lilien-Offensivspieler? Vergibt die große Chance auf das beruhigende 2:0. "Ich habe mir die Szene nochmal angeschaut, kann es mir nicht erklären", lacht Honsak in einer Presserunde am Dienstag. "Es ist ein bisschen peinlich, aber ich lasse mich nicht davon nicht unterkriegen."

"Manchmal fehlt die Konsequenz"

Das muss er auch nicht, schließlich war er in der ersten Halbzeit ja bereits zur Stelle und hatte eine Hereingabe von Serdar Dursun zum 1:0 veredelt. Das reichte zum Sieg, weil Osnabrück in der Schlussphase nicht mehr entscheidend zurückkam. Verkehrte Welt, möchte man sagen.

Schließlich lief es in dieser Saison für die Lilien oft andersherum. "In der Hinrunde hat man gesehen, dass wir viele Chancen erspielen und uns aber nicht belohnen. Das zieht sich durch die ganze Saison, wir spielen guten Fußball von Sechzehner zu Sechzehner, aber im Sechzehner fehlt offensiv wie defensiv manchmal die Konsequenz, dass wir das Tor machen bzw. verhindern", hadert Honsak mit einem Saisonverlauf, der mehr hergegeben hätte als Rang zwölf, auf dem die Lilien aktuell stehen.

"Jeder weiß, dass wir viel besser Fußball spielen können"

Jetzt also der wichtige Sieg, der zwar spielerisch nicht allzu schön anzusehen war, dafür aber für wichtigen Abstand zu den Abstiegsrängen sorgte. Und das ist, was zählt, so Honsak. "Jeder weiß, dass wir viel besser Fußball spielen können. Aber jetzt hatte Priorität, dass wir die Punkte geholt haben. Da gehört so ein dreckiger Sieg, der über die Mentalität kommt, dazu."

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Dass ausgerechnet er es war, dem der Siegtreffer gelang, dürfte den Österreicher natürlich doppelt freuen. Schließlich blickt der 24-Jährige auf eine wechselhafte Saison zurück. "Am Anfang der Saison war ich richtig gut drauf, habe in der Vorbereitung Assists und Tore geliefert und auch in der Liga genetzt", so Honsak. Doch dann kam der Bruch. "Ich kann es mir nicht erklären, aber ich habe meine Leistung nicht mehr gebracht. Deswegen hat der Trainer mich rausgenommen, was verständlich war."

"Ich habe mir gedacht: Boah, nein"

Insbesondere im Dezember und Januar musste Honsak meist von der Bank aus zusehen, was allerdings auch an einer zeitweiligen taktischen Umstellung von Coach Markus Anfang lag. "Durch die Umstellung haben wir mit mehr zentralen Mittelfeldspielern gespielt", so Honsak. "Die Position als hängende Spitze oder auf der Zehn kann ich auch spielen. Aber jeder, der mich kennt, weiß, dass ich meine Stärken draußen auf dem Flügel habe, durch meine Schnelligkeit und mein Dribbling."

Die Zeit auf der Bank scheint Honsak gut getan zu haben, gegen den VfL Osnabrück war er einer der besten auf dem Platz. "Ich habe mir gedacht: Boah, nein. Das will ich nicht erleben. Wenn der Trainer mir die Chance gibt, will ich die nutzen und in der Mannschaft bleiben." Nach drei Startelfeinsätzen kann man sagen: Das hat geklappt. Und daran wird wohl auch die vergebene Großchance gegen Osnabrück erst einmal nichts ändern.