Imago Herrmann Kempe

Den Start in die Zweitliga-Saison hatten sich die Lilien anders vorgestellt - statt eines Auftakt-Siegs gab es eine Niederlage gegen Sandhausen bei Trainer Markus Anfangs Liga-Debüt. Verteidiger Patrick Herrmann kann der Pleite dennoch etwas Positives abgewinnen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Anfang: "Waren die bessere Mannschaft"

Markus Anfang konnte sich über seinen ersten Pflichtspielsieg in Darmstadt freuen.
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"Aller Anfang ist schwer." Eine Phrase wie aus einem Abreißkalender. Und ein Spruch, den Lilien-Coach Markus Anfang sicher schon häufig gehört hat in seinem Leben. Aber sie passt halt auch auf den Liga-Start der Darmstädter. Dabei hatte alles so gut anfangen beim 2:3 gegen den SV Sandhausen. Denn nach nur 19 Minuten hatte Mathias Honsak die Darmstädter in Führung geschossen - sehenswert, nicht nur das Tor, sondern auch das leichtfüßige Zuspiel von Routinier Tobias Kempe.

Ein Start nach Maß - könnte man meinen. Denn nach dem 1:0 verloren die Lilien den Faden, und schließlich auch die Führung. Nach einer halben Stunde dann der Ausgleich für die Sandhäuser durch Daniel Keita-Ruel - und für Darmstadts Verteidiger Patrick Herrmann der Beginn einer emotionalen Achterbahnfahrt.

Ärgerliche Achterbahn

"Das war keine schöne Achterbahn", sagte er im Gespräch mit dem hr-sport. "Wir hätten nach dem 1:0 schon auf 2:0 oder 3:0 stellen können oder müssen. So haben wir den Gegner ins Spiel zurück gebracht." Und damit nicht genug - Keita-Ruel traf in der 38. Minute erneut, er verwandelte einen Handelfmeter. "Ich wusste bis nach einem Spiel gar nicht, warum es einen Elfmeter gab", so Herrmann.

Nach dem Spiel habe er dann den Zweikampf gesehen, "wo der Arm unglücklich draußen war - das kann man pfeifen, muss man aber vielleicht auch nicht", so Herrmann. "Ich glaub, es fällt extrem unglücklich aus." Und so lagen die Lilien zur Halbzeit 0:2 zurück. Nach dem Seitenwechsel traf Keita-Ruel (74.) erneut - den Lilien gelang durch Tim Starke (90.+3) zwar noch der Anschlusstreffer - an der Auftaktniederlage aber änderte das nichts mehr. Ärgerlich für Herrmann und Co.

Enttäuschung und Optimismus

"Es war ein komisches Spiel. Wir waren die bessere Mannschaft und hatten die größeren Chancen. Aber wir haben uns selbst geschlagen", befand etwa Kempe. Und auch Coach Markus Anfang zeigte sich enttäuscht. "Es ist ein sehr bitteres Ergebnis für uns. Wir haben aber selbst entschieden, dass das Spiel so ausgeht", sagte er.

Ganz so negativ will Herrmann das erste Zweitligawochenende der Spielzeit aber nicht sehen. "Die Saison hat gerade erst angefangen", sagte er. "Wir müssen ein paar Dinge abstellen, das ist klar. Aber vielleicht ist der erste Spieltag auch dazu da, um genau diese Schwächen aufzuarbeiten."

"Hätten gewinnen können"

Analysiert haben die Lilien die Partie natürlich bereits - und Herrmann kann auch dem etwas Positives abgewinnen. "Es ist gut zu wissen, dass wir das Spiel in der eigenen Hand hatten, dass wir es hätten gewinnen können." Und das nächste wollen sie dann auch wirklich gewinnen - am Samstag ist Jahn Regensburg am Böllenfalltor zu Gast (14 Uhr). Dann kann aus dem schweren Anfang doch noch ein versöhnlicher werden.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel!, 20.09.20, 22.05 Uhr