Marvin Mehlem und seine Mitspieler tun sich im Duell gegen Dynamo Dresden schwer.

Marvin Mehlem sollte der prägende Offensivspieler des SV Darmstadt 98 werden. Nach einer bislang durchwachsenen Saison zeigt seine Formkurve nun wieder nach oben. Weil sein Trainer die richtigen Worte fand.

Für viele Lilien-Fans war es die Nachricht des Sommers. Marvin Mehlem verkündete freudestrahlend per Video auf der vereinseigenen Homepage seine Vertragsverlängerung bis 2022. "Meine Entwicklung hier ist gut verlaufen", sagte Mehlem grinsend. "Ich hoffe, dass es so weiter geht." Das hofften alle, die es mit dem SV Darmstadt 98 halten. Vier Monate später muss man konstatieren: Auch in der Karriere des Marvin Mehlem gibt es kein stetes Bergauf.

Kein Wunder bei einem 22-Jährigen. Die Vorzeichen auf eine weitere Sahnesaison des Kreativspielers standen indes gut. In zahlreichen Partien der Vorsaison war der ehemalige Karlsruher die prägende Figur des Darmstädter Offensivspiels. So sehr, dass angeblich auch der ein oder andere Spitzenklub aus der Zweiten Liga seine Fühler nach Mehlem ausgestreckt hatte. Mehlem aber blieb bei den Lilien. Auch, weil er im gewohnten Umfeld "das Vertrauen des Trainers" spürte und die Chance auf den berühmten nächsten Schritt am ehesten gegeben sah. "Ich denke, dass wir eine gute Truppe diese Saison haben", so Mehlem.

"Wer alles kann, muss alles zeigen"

Es folgte: ein arg durchwachsenes erstes Saisondrittel, in der die Hessen zeitweise auf einen Abstiegsplatz abrutschten. Auch, weil der designierte Spielmacher Mehlem zu selten sein Können zeigte. In den ersten zwölf Partien sammelte er lediglich einen Assist, ein Tor gelang ihm gar nicht. Zu wenig für einen Spieler, der in der Vorsaison andeutete, Partien alleine entscheiden zu können. Der vorläufige Tiefpunkt dann in Fürth, als Mehlem beim 1:3 zur Pause ausgewechselt wurde.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Lilien gehen mit Selbstvertrauen ins Duell gegen Bielefeld.

Lilien-Trainer Dimitrios Grammozis freut sich über einen wichtigen Sieg.
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Nicht umsonst forderte Trainer Dimitrios Grammozis nach dem Spiel öffentlich: "Ich erhoffe mir einfach ein bisschen mehr Präsenz von ihm auf dem Platz. Ich würde mir wünschen, dass er sein Potenzial mehr abruft. Wir sagen als Trainerteam immer: Wer alles kann, muss alles zeigen." Sehr viel deutlicher kann man als Trainer nicht werden.

Ein Warnschuss mit Wirkung

Ein Warnschuss mit Wirkung. Denn seit Grammozis Mehlem öffentlich in die Pflicht genommen hat, zeigt dessen Formkurve wieder nach oben. Beim 2:2 gegen Jahn Regensburg bereitete er nach seiner Einwechslung das 2:1 durch Serdar Dursun wunderschön vor. Beim 2:1-Sieg in Hannover war es Mehlem, der mit seinem Flachschuss das kuriose Slapstick-Eigentor der Niedersachsen zum 0:1 erzwang.

Mit einem Heimsieg gegen den Tabellenzweiten aus Bielefeld könnten die Lilien einen wichtigen Schritt in Richtung ruhigerer Fahrwasser machen. Mehlem wird dabei aller Voraussicht nach in der Startelf stehen. Das "Vertrauen des Trainers" hat er also immer noch, dessen öffentlicher Kritik zum Trotz. Und auch die Entwicklung verläuft wieder so, wie sich das Mehlem vor der Saison erhoffte.