Torsten Lieberknecht

Beim Spitzenspiel gegen den Tabellennachbarn St. Pauli muss Lilien-Trainer Torsten Lieberknecht gesperrt zugucken. Für das Spiel fordert er von seiner Mannschaft eine alte Darmstädter Erfolgsformel.

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Darmstadt 98 freut sich aufs Millerntor

Torsten Lieberknecht
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Wenn der SV Darmstadt 98 am Samstagabend (20.30 Uhr) das Topspiel der Zweiten Bundesliga am Millerntor gegen den FC St. Pauli bestreitet, ist das für Lilien-Trainer Torsten Lieberknecht gleich in zweifacher Hinsicht ein besonderes Spiel. Einerseits, weil Lieberknecht bekennender Fußball-Romantiker ist: "Das Millerntor-Stadion ist eine ganz besondere Fußballstätte in Deutschland", so Lieberknecht auf der Pressekonferenz vor dem Spiel am Donnerstag. Andererseits, und das ist der weniger erfreuliche Grund, weil er wegen einer Gelbsperre nicht wie üblich an der Seitenlinie stehen kann, sondern auf der Tribüne sitzen muss.

Und das mitten im Aufstiegskampf. Vier Spiele sind noch zu absolvieren, die Tabelle ist weiterhin eng, für die Lilien, Tabellenvierter, ist nach wie vor alles möglich. Weswegen es Lieberknecht ganz und gar nicht passen dürfte, am Samstag weitestgehend zum Zuschauen verdammt zu sein. "Ovid Hajou wird federführend an der Seitenlinie stehen. Bis auf während des Spiels darf ich mich frei bewegen: So darf ich die Ansprache vorm Spiel halten, darf auch in der Halbzeit in die Kabine. Während der 90 Minuten sitze ich auf der Tribüne", so Lieberknecht.

"Wenn wir nach St. Pauli fahren, wollen wir auch gewinnen"

Die Laune lässt sich Lieberknecht von seiner Sperre aber auch nicht vermiesen. Schließlich reist er mit einem neuen Vertrag bis 2025 in der Tasche nach Hamburg, ein Ausdruck der Wertschätzung des Vereins auf der Zielgeraden einer sehr positiven ersten Saison. "Der Verein kam auf mich mit dem Wunsch zu, meinen Vertrag zu verlängern. Wir haben dann recht schnell Einigkeit gefunden", so Lieberknecht. Sein Vertreter Hajou unterschrieb ebenfalls vorzeitig einen neuen Vertrag bis 2025.

Für das Spiel Hamburg gab er ein klares Ziel aus. "Wenn wir nach St. Pauli fahren, wollen wir auch gewinnen. Wir denken nicht an eine Niederlage. Wie es danach tabellarisch aussieht, wissen wir nicht. Die Glaskugel fehlt. Mein Gefühl sagt mir aber, dass es zum letzten Spieltag spannend bleibt", sagte der Coach.

"Hier gibt es das Motto 'Du musst kämpfen'"

Personell muss der Trainer auf Stürmer Aaron Seydel und Abwehrspieler Lasse Sobiech verzichten. Zuletzt hatte Darmstadt in den Topspielen gegen Bremen, Nürnberg und Schalke nicht gut ausgesehen. "Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass sie trotz der Enttäuschung der Niederlage gegen Schalke stabil bleibt und wieder aufsteht. Hier im Verein gibt es das Motto 'Du musst kämpfen'. Das müssen wir leben und diese Aufstehmentalität immer wieder zeigen", so Lieberknecht.

Um so das Aufstiegsrennen weiter spannend zu halten. Oder wie es Lieberknecht ausdrückte: "Wir stehen aktuell auf dem ungeliebten vierten Tabellenrang. Der Platz, den keiner braucht. Und wir schauen nun, dass wir von diesem runterkommen - natürlich in die richtige Richtung."