Lukas Mai mit seinem neuen Trainer Markus Anfang

Bei den Bayern galt Lukas Mai als das nächste große Ding. Jetzt will sich der neue Lilien-Verteidiger erst einmal die Sporen in der zweiten Liga verdienen. Sein neuer Trainer ist bereits voll des Lobes.

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Training beim SV Darmstadt 98
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Dreimal Deutscher Meister, zweimal Pokalsieger, einmal Drittligameister: Allein vom Briefkopf her könnte man meinen, da kommt ein alter Haudegen mit reichlich Profierfahrung ans Bölle, um sich in der Lilien-Abwehr zu verdingen. Doch falsch gedacht. Der Mann mit dem vielen Tafelsilber in der Vitrine ist Lukas Mai, gerade 20 Jahre, und ab sofort Abwehr-Azubi beim SV Darmstadt 98.

So ist das eben in Zeiten bayrischer Dauer-Dominanz in der Bundesliga: Mai kickte ganze zwei Mal für den FC Bayern München in der Bundesliga, zu drei Schalen reichte es dennoch. Unter Jupp Heynckes feierte der gebürtige Dresdner im April 2018 sein Debüt, über 90 Minuten bei einem 3:0-Sieg gegen Hannover. "Natürlich darf er Fehler machen, aber er hat keine gemacht", sagte Heynckes anschließend, auch Nebenmann Niklas Süle war begeistert: "Er ist wirklich ein Top-Talent." Der Klub honorierte die starke Leistung Mais nur sechs Tage später mit einem Profivertrag und einem weiteren Startelfeinsatz gegen Eintracht Frankfurt (4:1).

"Er hat richtig gute Voraussetzungen"

Zum Durchbruch hat es im Star-gespickten Ensemble des Rekordmeisters dann aber doch nicht gereicht. Was angesichts des Kaders der Bayern wenig bis gar nichts über Mais Qualitäten aussagt. "Lukas war Leistungsträger bei den Bayern in der Dritten Liga, er war auch bei den Profis dabei", so Lilien-Coach Markus Anfang am Rande des Trainingsauftakts. "Er hat richtig gute Voraussetzungen und ist ein Leadertyp, obwohl er noch ein junger Kerl ist. Ich hoffe, dass er das, was er im letzten Jahr gezeigt hat, hierhin transportieren kann."

Im letzten Jahr trug Mai als Stammspieler bei der Reserve der Bayern zur überraschenden Drittligameisterschaft bei, bestach dabei durch seine Physis am Boden und in der Luft, sein Stellungsspiel und seine Spielintelligenz. Den Feinschliff will er sich nun eine Etage weiter oben holen, bei den Lilien, wo er eine Kombination aus "spielerischem Ansatz und körperlichem Spiel" erwartet, so Mai auf der vereinseigenen Homepage. "Ich möchte hier das lernen, was mir in meiner Entwicklung noch fehlt."

"Es gibt hier alles, was ich brauche"

An den Gegebenheiten wird es nicht scheitern, auch wenn Mai vom Rekordmeister aus München anderes gewohnt sein dürfte. "Es gibt hier alles, was ich brauche. Viel wichtiger ist sowieso, dass die Menschen top sind. Und das ist hier der Fall", so Mai, dessen Bruder Sebastian (Dynamo Dresden) ebenfalls Fußballprofi ist. "Ich habe schon gemerkt, dass ich mit jedem Problem zu ihnen gehen kann. Sie nehmen mich dann auch mal in den Arm und zeigen mir, wo es lang geht."

Dass auch die Bayern-Bosse wissen, wo es für den vielfachen Juniorennationalspieler mittelfristig langgehen soll, zeigt die Vertragsverlängerung bis 2023 vor der Leihe nach Darmstadt. Denn das Fernziel bleibt die Bundesliga. Damit irgendwann ein paar mehr Bundesligaspiele dazukommen als jene beiden im Frühjahr 2018.