Nemanja Celic

Beim SV Darmstadt 98 soll Nemanja Celic die Rolle von Aggressiv-Leader Victor Palsson übernehmen. Gut für ihn: Er ist seinem Vorgänger nicht unähnlich.

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Audioseite Darmstadt 98: Celic soll Palsson ersetzen

Nemanja Celic
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Am Ende ging doch alles ganz schnell. "Vor zwei Wochen habe ich vom Interesse von Darmstadt gehört", sagte Darmstadts neuer Sechser Nemanja Celic in einer Medienrunde am Dienstag. Aus dem Interesse der Lilien wurde schnell beidseitiges, rasch folgten konkrete Verhandlungen und schon hatten die Hessen ihren neuen Sechser, gefunden beim WSG Tirol in der Österreichischen Bundesliga.

Bei allen Neuzugängen, die die Lilien in letzten Wochen vorstellten: Das zentrale defensive Mittelfeld blieb stets die größte Baustelle. Die Fußstapfen des zu Schalke abgewanderten Führungsspielers Victor Palsson sind groß, die Aufgabe für den potenziellen Nachfolger entsprechend. Immerhin: Hört man Celilcs Selbstbeschreibung, scheint ein adäquater Ersatz gefunden zu sein. "Ich bin auf dem Feld trotz meines Alters ein lauter Spieler", so Celic, aktueller U21-Nationalspieler Österreichs. "Ich teile gerne ein, habe ein gutes Passspiel und Übersicht, kann ein Spiel lesen und bin aggressiv."

"Mal ein Foul, um die Mannschaft wachzurütteln"

In der abgelaufenen Runde in Österreich, der ersten übrigens, die der 22-Jährige als Stammkraft absolvierte, sammelte er direkt mal neun Gelbe Karten. Nicht selten auch, um ein Zeichen zu setzen. "Ich habe ein gutes Gespür, in welcher Phase sich die Mannschaft gerade befindet, ob die Stabilität fehlt. Dann setze ich mal ein Foul, um die Mannschaft wachzurütteln", so Celic grinsend. Klingt nach einer österreichischen Version von Palsson, der bei den Lilien nicht nur sportlich, sondern ja vor allem auch als (Aggressiv-) Leader eine Lücke hinterlässt.

Celic könnte sie füllen, auch weil sich zu seinen Gelben Karten in der Österreichischen Bundesliga auch ein Tor und sechs Assists gesellten. Nicht schlecht für einen ausgebildeten Innenverteidiger. "Ich kann einiges mit und einiges gegen den Ball", so Celic. Gelernt hat er das übrigens beim aktuellen Trainer des Nachbarn Eintracht Frankfurt. "Ich war bei der zweiten Mannschaft des LASK, Glasner war Cheftrainer bei der ersten. Ich habe mich empfohlen und bei ihm debütiert. Damals habe ich gelernt, richtig Profi zu sein."

"Irgendwann kennt man die Blutgruppe des Gegenspielers"

Nun gilt es, in der neuen Liga die nächsten Schritte zu gehen. Eine Liga, auf die sich Celic freut. "Es ist rundherum alles viel professioneller, die Liga hat mehr Fans, mehr Reichweite und das Niveau ist besser", so Celic. "Und die Liga ist größer. In Österreich spielt man viermal pro Saison gegen jede Mannschaft. Da kennt man irgendwann sogar die Blutgruppe des Gegenspielers."

Die Blutgruppen der Spieler des ersten Lilien-Gegners Jahn Regensburg (Samstag, 13.30 Uhr) kennt Celic noch nicht. Auch bleibt abzuwarten, ob er überhaupt direkt mittun darf. "Ich bin fit, ich habe die Vorbereitung in Österreich gemacht", so Celic. "Aber ich muss mich noch an die Abläufe gewöhnen. Ich wäre bereit, aber die Entscheidung liegt beim Trainer." Geht die Eingewöhnung ähnlich schnell wie die Anbahnung des Wechsels, spricht nicht viel dagegen.