Darmstadt-Trainer Dimitrios Grammozis
Darmstadt-Trainer Dimitrios Grammozis Bild © Imago Images

Dimitrios Grammozis bringt neuen Schwung in das Team von Darmstadt 98. Gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Hamburger SV soll der nächste Schritt in Richtung Klassenerhalt folgen.

Videobeitrag

Video

zum Video Grammozis: "Warum soll man nicht in Hamburg bestehen"

Ende des Videobeitrags

Unter dem neuen Trainer Dimitrios Grammozis weht bei SV Darmstadt 98 ein frischer Wind. Das ist schon im Training zu spüren: Während Vorgänger Dirk Schuster meist mit verschränkten Armen als Beobachter am Spielfeldrand stand, beteiligt sich der 40 Jahre alte Coach an vielen Übungen selbst mit vollem Einsatz. Das 3:2 gegen Holstein Kiel am vergangenen Spieltag war das erste Erfolgserlebnis. Beim Hamburger SV, für den Grammozis als Spieler selbst aktiv war, soll am Samstag (13 Uhr) der nächste Schritt zum Klassenerhalt folgen.

Lilien-Keeper Daniel Heuer Fernandes hat mit Grammozis noch zusammengespielt. Das war in der Saison 2012/13 in der zweiten Mannschaft des VfL Bochum. Heuer Fernandes war damals 19 Jahre alt, Grammozis ließ seine Karriere dort ausklingen. "Er ist immer vorangegangen, war ein Führungsspieler", erinnert sich der Torhüter. 

Gute Stimmung und coole Sprüche

Später wurde Grammozis in Bochum Nachwuchstrainer, betreute dort zuletzt die U19, ehe er ans Böllenfalltor wechselte. Seine Führungsqualitäten als Spieler zeichnen ihn nun auch als Trainer aus, wie Heuer Fernandes sagt. Zudem sei Grammozis ein sehr akribischer Arbeiter. Und er bringe gute Stimmung in die Mannschaft, habe den einen oder anderen coolen Spruch drauf. "Eine gute Mischung von allem", sagt der Torhüter.

Videobeitrag

Video

zum Video Grammozis: "Möchte mich auf diesem Niveau beweisen"

Ende des Videobeitrags

Der frische Wind macht sich auch bei den Spielen bemerkbar. Nach dem vorwiegend auf Defensive und lange Pässe ausgelegten Fußball unter Schuster zeigt die Mannschaft seit langer Zeit wieder vielversprechende spielerische Ansätze. Grammozis habe der Mannschaft vermittelt, dass sie keine Angst haben solle, sagt Heuer Fernandes. "Wir versuchen, etwas riskanter zu spielen. Wenn dann ein paar Pässe klappen, wächst natürlich das Selbstbewusstsein."

Das Herz lacht bei Palssons Zweikämpfen

Einer, der ganz besonders von dem neuen System profitiert, ist Mittelfeldspieler Marvin Mehlem. Der hoch veranlagte 21-Jährige zeigte gegen Kiel sein bislang stärkstes Spiel im Lilien-Trikot. "Ich glaube, jeder Fußballer mag es, nicht immer nur lange Bälle zu schlagen und auf gut Glück den zweiten Ball zu kriegen", sagt er.

Doch Grammozis setzt keineswegs nur auf Schönspielerei. Als Aktiver war er ein eher rustikaler Mittelfeldspieler. In Victor Palsson, der in der Winterpause vom FC Zürich kam, findet er sich wieder: "Wenn ich ihn manchmal in Zweikämpfen sehe, dann lacht innerlich ein bisschen mein Herz. Da macht es mir Spaß, zuzugucken. Diese Tugenden brauchen wir einfach", sagte der Coach in der "Bild".

Ob aber gerade jener Palsson gegen den HSV auflaufen kann, ist fraglich. Er sowie auch Marcel Heller stehen für das Spiel auf der Kippe. Grammozis erklärte auf der Pressekonferenz vor der Partie: "Marcel und Victor haben krankheitsbedingt noch nicht mit der Mannschaft trainiert, wobei Marcel heute zumindest Teile der Einheit absolviert hat." Eine Entscheidung fällt daher kurzfristig: "Wir müssen noch das morgige Training abwarten, bevor wir den Kader benennen können."

"Werde nicht in Erinnerungen schwelgen"

Grammozis sieht dennoch keinen Grund, warum seine Mannschaft nicht auch beim Aufstiegsaspiranten bestehen sollte. Er selbst freut sich auf die Rückkehr in die Hansestadt, wo er als Spieler von 1998 bis 2000 "zwei schöne und erfolgreiche Jahre erlebt" habe - unter anderem mit der Qualifikation für die Champions League. "Aber ich werde vor und während der Begegnung nicht in Erinnerungen schwelgen", verspricht Grammozis. Absolute Priorität habe es, ein erfolgreiches Spiel zu bestreiten. "Nach der Partie ist dann bestimmt noch etwas Zeit, um mich mit dem einen oder anderen Bekannten aus früheren Tage auszutauschen." Aber Darmstadt ist gewarnt: Auf der Gegenseite ist mit Hannes Wolf ebenfalls ein junger und hungriger Trainer am Ruder.