Darmstadts Luca Pfeiffer (r.) und Phillip Tietz bejubeln das 2:0 gegen Hannover.

Nach dem Abgang von Topstürmer Serdar Dursun fürchtete Darmstadt die große Torflaute. Doch die Neuzugänge Phillip Tietz und Luca Pfeiffer bilden derzeit ein kongeniales Duo - und erklären nun ihre besondere Beziehung.

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Eintracht Frankfurt und Darmstadt 98 trennt eine Liga, aber beide hessische Teams verband das gleiche Problem. Sie mussten nach der vergangenen Saison ihren Topstürmer ersetzen, die Eintracht André Silva (28 Tore), die Lilien Serdar Dursun (27 Tore).

Die Losung lautete in beiden Klubs, die Tore nun auf mehrere Schultern verteilen zu wollen. Wie kompliziert dieses Ansinnen sein kann, zeigt sich gerade bei den Frankfurtern. In Darmstadt allerdings hat ein Duo den Abgang von Dursun bisher hervorragend kompensiert: Phillip Tietz und Luca Pfeiffer.

Das 2:0 zeigt das Verständnis der beiden füreinander

In der Vorbereitung hatten sich die beiden Neuerwerbungen noch als Sturmspitze abgewechselt, erst im letzten Test stürmten sie erstmals zusammen. Mittlerweile scheinen sich Tietz und Pfeiffer blind zu verstehen. Das wurde beim 2:0 gegen Hannover überdeutlich, als sich Pfeiffer über links durchtankte und dann seinen Kollegen Tietz fand, der den Ball nur noch ins lange Eck schieben musste. "Wir gönnen uns gegenseitig alles. Wir verstehen uns auf und neben dem Platz", erklärte Pfeiffer nach dem Spiel die Harmonie der Angreifer.

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Audioseite Tietz: "Es war ein perfekter Nachmittag"

Darmstadts Phillip Tietz nach dem Sieg gegen Hannover.
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Tietz hatte in der Vorwoche von sich reden gemacht, als er mit zwei Toren und einem überragenden Spiel in Hamburg glänzte. Gegen Hannover war es dann Pfeiffer, der schon in den Anfangsminuten zwei gute Gelegenheiten hatte und später zum wichtigen Führungstor im Liegen traf. Der 25-Jährige war immer anspielbereit, führte den Ball eng und lief mit schnellen Schritten auf die Hannoveraner Kette zu. So riss er Lücken für die Außen - und auch für Tietz. "Wir hatten super Stafetten dabei", lobte dieser nach der Partie den Auftritt in der Offensive.

Tietz muss sich bei Marcel Schuhen bedanken

Doch nicht nur in der Offensive zeigten die beiden Angreifer ihren Wert fürs Team. Ihr Einsatz bis in die eigene Hälfte, in der sie sich durch Tacklings Bälle eroberten, war bemerkenswert. Normalerweise lautet eine alte Trainer-Weisheit, dass Stürmer am eigenen Sechzehner nichts zu suchen haben.

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Audioseite Luca Pfeiffer: "Wir gönnen uns gegenseitig alles"

Luca Pfeiffer nach seinem 1:0.
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Als hätte zumindest Tietz die These untermauern wollen, unterliefen ihm vor der Pause in der eigenen Defensive ein Abspielfehler und in der zweiten Halbzeit ein Handspiel im Strafraum. "Ich muss mich extrem bei Marcel Schuhen bedanken. Bei einem 1:2 hätte es hitzig werden können", sagte Tietz über seinen Keeper, der den Strafstoß der 96er abwehrte.

Lilien können auf viele Leistungsträger bauen

Denn auch das darf bei den Lobeshymnen für die Sturmspitzen nicht vergessen werden: Darmstadt kann sich derzeit auf mehrere Leistungsträger verlassen. Schuhen scheint die Diskussionen um die Nummer eins tatsächlich angestachelt haben, wie er es gegenüber dem hr-Sport bereits angekündigt hatte. Auch Patric Pfeiffer lieferte eine starke Partie in der Verteidigung ab, Emir Karic marschierte unentwegt über die linke offensive Seite.

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Audioseite Lieberknecht: "Schuhen hat uns im Spiel gelassen"

Torsten Lieberknecht mit Torhüter Marcel Schuhen
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Und dann ist da noch die Position vor der Abwehr: Nach dem Abgang von Victor Palsson mussten die Lilien auch dort eine Lücke füllen - und die Achse im Team neu aufbauen. Mit Klaus Gjasula scheinen sie den richtigen Mann gefunden zu haben, der mit Ballgewinnen und Ansagen das Team pusht. Bestätigt er weiterhin seine Auftritte, wäre Darmstadt auch die zweite große Herausforderung auf dem Transfermarkt geglückt - nach der neuen Besetzung im Sturm. Dann wäre die Leistung auf der Geschäftsstelle genauso stark gewesen wie jene auf dem Rasen gegen Hannover.

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