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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Grammozis-Kommentar: Komplett nicht nachvollziehbar

Dimitrios Grammozis

Der SV Darmstadt 98 lässt mit Dimitrios Grammozis einen Trainer mehr oder weniger freiwillig ziehen, der quasi sämtliche Anforderungen an seinen eigenen Nachfolger erfüllt. Ein riskantes wie unnötiges Manöver.

Was will ein Fußball-Verein eigentlich mehr? Der SV Darmstadt 98 hat eine funktionierende Mannschaft, ein funktionierendes Trainerteam. Der Trainer, Dimitrios Grammozis, macht sehr gute Arbeit. Er erfüllt die Vorgaben, den Club im stabilen Fahrwasser der zweiten Liga zu halten. Sportlich steht der Verein nach drei Siegen in Serie sogar viel besser da als gedacht, mit Potenzial nach oben und einer guten Perspektive über die Saison hinaus.

Dimitrios Grammozis ist charismatisch, wirkt gelassen, auch in schwierigen Situationen. Er hat eine klare Ansprache. Kurzum: Ein Trainer, dem die Spieler vertrauen. Die Mannschaft sprach sich klar für Grammozis aus. Selbst Tobias Kempe, der zu Beginn der Saison kurz auf dem Abstellgleis gelandet war, steht voll hinter dem Trainer. Ein noch größerer Vertrauensbeweis.

Verein und Grammozis haben über Wochen betont, wie gerne sie weiter zusammenarbeiten würden. Dass Darmstadt 98 den Trainer nun im Sommer ziehen lässt, ist deshalb komplett nicht nachvollziehbar. Die Chance, das Angebot von Vereinsseite aufzubessern, ließ der Club ungenutzt.

Trainersuche könnte länger dauern

Woher kommt also das fehlende Vertrauen in Grammozis, das der Verein ja in letzter Konsequenz hat? Vielleicht wollen sich die Lilien vor einer langen Vertragslaufzeit schützen, um nicht wieder etliche Trainer gleichzeitig bezahlen zu müssen. Nach dem missglückten Engagement von Torsten Frings irgendwie nachvollziehbar. Der Kontrakt des damaligen Coachs war im September 2017 langfristig bis Sommer 2020 verlängert worden – nur drei Monate später folgte die Entlassung. Das war für das Image des Vereins nicht unbedingt zuträglich.

Aber die Angst vor dem finanziellen Schaden treibt den Verein in ein noch größeres Risiko. Denn plötzlich gibt es Baustellen, die vorher gar nicht da waren. Der SV Darmstadt 98 sucht ab sofort einen neuen Trainer, der sehr gute Arbeit macht, den Club im stabilen Fahrwasser der zweiten Liga hält, das Potenzial nach oben ausschöpft, dabei charismatisch ist und das Vertrauen der Spieler gewinnt. Und sich dabei auch noch auf einen womöglich nur auf ein Jahr begrenzten Vertrag einlässt. Die Suche könnte länger dauern.

Dimitrios Grammozis hat beschlossen, sich nicht darauf einzulassen. Das ist ehrlich und konsequent. Seine Entscheidung führt aber dazu, dass die bislang heile Welt in Darmstadt mit einem Schlag zu bröckeln beginnt. Die Saison ist noch lange nicht vorbei. Und wie sich der Club für die neue Spielzeit aufstellt? Völlig offen. Darmstadt 98 sucht wieder einen neuen Trainer, dabei hätte die Suche gar nicht stattfinden müssen.