dpa Toni Sailer

Die Karriere hat Marco "Toni" Sailer schon im vergangenen Sommer beendet. Heute widmet sich der Aufstiegsheld der Lilien etwas ganz anderem - und hat den Fußball dennoch nicht ganz aus den Augen verloren.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Sailer: "Ich bin gelernter Bankkaufmann"

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Er war der Bart der Liga, Aufstiegsheld der Lilien, der Fighter mit der Nummer sieben. Und heute? Da ist Marco "Toni" Sailer, der Ex-Bundesliga-Profi, Bankkaufmann. Spezialgebiet: berufliche Altersvorsorge. Das zweite Leben des Toni Sailer nach der Profi-Karriere - es ist fast schon auf außergewöhnliche Weise herrlich normal.

Wie es dazu kam? "Ich bin gelernter Bankkaufmann und der Branche immer ein bisschen treu geblieben", berichtet der vierfache Familienvater im Gespräch mit dem hr-sport. "Und dann haben wir uns nach und nach einen Plan aufgebaut und uns auf die betriebliche Altersversorgung spezialisiert."

Mit der Familie zurück nach Darmstadt

2019 war die Fußball-Karriere der Lilien-Legende vorbei. Sein Vertrag beim Regionalligisten Wacker Nordhausen, für die er in der ersten und zweiten Mannschaft spielte, lief aus, Sailer wollte ihn nicht mehr verlängern. Angebote hatte der Offensivspieler zwar, es gab auch Gespräche - richtig passte es aber nirgendwo. Zudem wollten Sailer und seine Familie zurück, in die Nähe von Darmstadt.

Hinzu kam: Ein Jahr zuvor hatte er sich einen Schienbeinbruch zugezogen. Das, betont Sailer heute, sei aber nicht der alleinige Grund für das Karriereende gewesen. "Es wäre wohl auf Regionalliga oder Oberliga hinausgelaufen. Da fragt man sich aber, ob das der Fußball noch wert ist, oder nicht die Zeit kommt, in der man sich auf das Leben danach vorbereitet und es startet. Der Schienbeinbruch hat dann nur bestätigt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist", erzählt er.

"Ich bin nicht mehr so spritzig"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Sailer: "Nicht mehr ganz so spritzig"

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An die Verletzung kann er sich aber heute noch erinnern. "Es war ein Trainingsunfall vor dem letzten Spiel des Jahres 2018", so Sailer. "Es war ein unglücklicher Zusammenprall. Ich habe sofort gespürt, dass das Schienbein durch ist." Eine Verletzung mit Folgen - bis heute. Ganz ausgeheilt ist das Schienbein nicht, Treppen steigen und Laufen gehen fällt Sailer immer noch schwer.

Das wirkt sich auch auf das Spielen mit seinen Kindern aus. "Ich bin nicht mehr so spritzig, wie ich mal war", berichtet Sailer. Als Fußball-Trainer könnte er für seinen Nachwuchs zwar da sein, "als Vorgestalter einer Übung wird es aber schwierig". Den Kontakt zum Fußball hält er dann doch lieber anders. Zu den Lilien hat er weiterhin ein gutes Verhältnis, macht verschiedene Aktionen mit dem Zweitligisten. "Wenn sie meine Hilfe brauchen, rufen sie mich - und andersrum."

Sailer feilt am zweiten Standbein

Ganz raus ist Sailer also nicht. Und auch wenn sein jetziger Beruf auf den ersten Blick nicht viel mit dem runden Leder zu tun hat, könnte es auf den zweiten Blick doch eine Verbindung geben. "Ich bin an einem zweiten Standbein dran und möchte mich um Profisportler beim Thema Altersvorsorge und private Vorsorge kümmern", verrät er.

Ein paar Kontakte hat er bereits geknüft. "Ich habe schon die ersten Fälle auf dem Tisch gehabt und bin doch schon erschrocken, bei wie vielen nicht ziel- und bedarfsorientierte Beratungen durchgeführt wurden. Es gibt viele, die sich gut drum kümmern, aber 70 Prozent werden nicht bedarfsgerecht beraten. Da baue ich mir etwas auf." Auch wenn das zweite Leben des Toni Sailer ein anderes ist, der Fußball wird dann wohl doch nicht ganz verschwinden.