Lilien-Athletik-Trainer Kai Schmitz

Co-Trainer Kai Schmitz schreibt und überwacht die Heim-Trainingspläne der Spieler von Darmstadt 98. Seine Frau ist darüber nicht gerade erfreut.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kai Schmitz über das Lilien-Homeoffice

Kai Peter Schmitz gestikuliert beim Lilien-Training
Ende des Audiobeitrags

Über drei Wochen lang standen die Fußball-Profis von Darmstadt 98 wegen der Corona-Krise nicht auf dem Trainingsplatz. Die Spieler hielten sich ausschließlich zuhause fit. Und auch jetzt, wo wieder Klein-Gruppen-Training auf dem grünen Rasen lockt, ist und bleibt Co-Trainer Kai Schmitz der wichtigste Mann bei den Lilien.

Denn der 48-Jährige schreibt die Heim-Trainingspläne der Spieler. Zudem überwacht er, ob Serdar Dursun, Tobias Kempe, Marcel Schuhen und Co. alles richtig machen in den heimischen vier Wänden. "Es bringt mich manchmal schon an die Grenzen, weil wir darauf achten, dass jeder Spieler in seinem Rahmen trainiert", sagt Schmitz im Gespräch mit dem hr-sport.

Weiße Weste als Head-Coach

Fast jeder einzelne Spieler hat einen Plan bekommen, der auf seine Bedürfnisse abgestimmt ist. Und deshalb arbeitet Schmitz derzeit sehr viel. Tag und Nacht. "Ich bin also fast 24 Stunden parat und meine Frau ist entsprechend nicht amüsiert darüber", sagt er schmunzelnd.

Schmitz ist seit bald vier Jahren Co-Trainer bei Darmstadt 98. Vor gut einem Jahr, nach dem Rauswurf von Dirk Schuster und vor dem Amtsantritt von Dimitrios Grammozis saß Schmitz sogar für ein Spiel hauptverantwortlich auf der Trainerbank. Die Lilien gewannen mit 2:0 gegen Dynamo Dresden.

Eine App, WhatsApp und noch 'ne App

Die aktuelle Situation in Zeiten von Corona ist sehr speziell. Schmitz steht mit allen Darmstädter Profis in ständigem WhatsApp-Kontakt. Falls ein Spieler eine Übung im Home-Office nicht versteht, muss der Coach ran. "Ich habe das Handy immer am Mann." Das kostet Kraft und Nerven.

Zusätzlich werden die Spieler über ihre Fitnessuhren kontrolliert. Wie intensiv war der Lauf im heimischen Wald? Wie stark die Belastung bei der Einheit auf den Spinning-Rad im Wohnzimmer? Die Daten aller Spieler werden über eine App an den Co-Trainer übermittelt. Für das Krafttraining gibt es noch eine weitere App. Alles Daten, die Schmitz auswertet.

Auch bei den Lilien lockt wieder der Rasen

Den Trainingsplatz am Böllenfalltor-Stadion haben die Darmstädter Spieler und ihr Co-Trainer seit über drei Wochen nicht mehr gesehen. Erst am Montagnachmittag kam von der Landesregierung in Wiesbaden eine Präzisierung der Bestimmungen, wonach in Darmstadt und allen andern Standorten von Profi-Sport wieder "in möglichst kleinen Gruppen und der Einhaltung von Abstandsgebot und Infektsschutz" trainiert werden kann. Das endgültige Startsignal kommt von den komunalen Behörden.

Auf diese Nachricht haben sie bei Darmstadt 98 gewartet. Auch Kai Schmitz sieht jetzt wieder Licht am Ende des Horizonts. Trainings-Einheiten in "kleinen Gruppen" vor Ort am Böllenfalltor sind ein Riesenschritt. Auch für ihn, denn nun kann Schmitz so ganz langsam seinen 24-Stunden-Standby-Modus und die vollgestopften Heim-Trainingsprogramme wieder runter fahren.