Und wieder darf der SV Darmstadt 98 über drei Punkte jubeln.

Der SV Darmstadt 98 lässt sich auch von Erzgebirge Aue nicht aufhalten und übernimmt zumindest vorübergehend die Tabellenführung. Im ersten Geisterspiel dieser Saison machen der Lilien-Traumsturm und ein Joker den Unterschied.

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Highlights: Erzgebirge Aue - SV Darmstadt 98

Wappen von Aue und Darmstadt
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Der SV Darmstadt 98 hat sich am Samstag mit dem vierten Sieg in Folge die Tabellenführung in der 2. Bundesliga zurückgeholt. Die Südhessen gewannen bei Erzgebirge Aue mit 2:1 (0:0) und überholten damit – zumindest vorübergehend – den FC St. Pauli. Die Kiezkicker könnten mit einem Punktgewinn am Sonntag in Nürnberg aber wieder vorbeiziehen. Die Tore für die Lilien erzielten Luca Pfeiffer (62.) und Aaron Seydel (75.), Antonio Jonjic traf für Aue (85.).

VAR pfeift Eigentor zurück

Die Partie, die wegen der hohen Corona-Infektionszahlen in Sachsen ohne Zuschauer ausgetragen wurde, begann wie erwartet mit druckvollen Darmstädtern. Die Lilien übernahmen von Beginn an die Initiative und hielten sich nicht lange mit Abtasten auf. Die erste große Chance vergab Mathias Honsak nach einem schönen Freistoß von Tobias Kempe (3.), kurze Zeit später verhinderte dann der etwas zu breite Körperbau von Phillip Tietz die Führung der Südhessen.

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Lilien-Lauf setzt sich auch in Aue fort

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Der Stürmer der Lilien stand beim vermeintlichen 1:0 durch ein Eigentor von Sören Gonther mit der Schulter im Abseits und rief so den Kölner Keller auf den Plan. Der VAR schaute genau hin und verweigerte dem Treffer die Anerkennung. Tietz hatte den Ball zwar nicht berührt, war durch sein Zweikampfverhalten aber aktiv am Spielgeschehen beteiligt. Eine ebenso knappe wie korrekte Entscheidung.

Die Lilien blieben auch in der Folge das aktivere Team und hatten deutlich öfter den Ball als die Gastgeber, richtig gefährlich wurden sie bis zum Halbzeitpfiff allerdings nicht mehr. Patric (20.) und Luca (45.+2) Pfeiffer scheiterten jeweils mit dem Kopf nach Eckbällen, Braydon Manu versuchte es vergeblich mit einem Distanzschuss (26.). Der Wille war erkennbar, in der Offensive fehlten aber meist Tempo und Ideen.

Pfeiffer trifft zum zwölften Mal

Nach Wiederanpfiff erhöhte dann zunächst Aue die Schlagzahl und nahm aktiv am Spielgeschehen teil. Die Hausherren wagten sich etwas mehr aus der Deckung, große Chancen erspielten sie sich gegen die gutstehende Darmstädter Defensive aber nicht.

Und die Lilien? Die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht, die lange Probleme im letzten Drittel hatte, blieb ruhig und konnte sich dann wieder einmal auf ihr kongeniales Sturmduo verlassen. Nach knapp einer Stunde tauchte Pfeiffer nach einem simplen Doppelpass mit Tietz plötzlich allein vor dem Auer Kasten auf und traf mit seinem insgesamt zwölften Saisontor zur verdienten Führung.

Joker Seydel sticht

Ein Tor mit Wirkung auf beiden Seiten: Bei Aue lief fortan so gut wie nichts mehr, die Lilien legten richtig los. Der für den angeschlagenen Honsak eingewechselte Seydel erhöhte nach einem schönen Seitenwechsel von Matthias Bader zunächst zum 2:0 und traf nur drei Minuten später auch noch den Pfosten. Die Lilien hatten alles im Griff und waren dem dritten Tor eigentlich näher als Aue dem Anschlusstreffer - und verteilten dann ein Geschenk. Nach einem an sich harmlosen Auer Angriff landete der Ball über Umwege und mehrere Darmstädter Beine bei Jonjic, der das Spiel noch einmal spannend machte.

Da sich die Lilien jedoch auch davon nicht beeindrucken ließen und das Ergebnis über die Zeit brachten, durften sie letztlich einen hochverdienten Auswärtssieg und das nächste Ausrufezeichen im Aufstiegsrennen bejubeln.

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Erzgebirge Aue – Darmstadt 98 1:2 (0:0)

Aue: Männel - Strauß, Barylla, Gonther, Carlson - Sijaric (46. Gueye), Schreck, Messeguem (90. Mance), Kühn - Jonjic, Hochscheidt (66. Baumgart)
Darmstadt: Schuhen - Bader, P.Pfeiffer, Isherwood, Holland – Kempe (90. Mehlem), Karic, Manu (72.Skarke), Honsak (55. Seydel) – Tietz (90. Sobiech), L.Pfeiffer

Tore: 0:1 L.Pfeiffer (62.), 0:2 Seydel (75.), 1:2 Jonjic (85.)
Gelbe Karten: -/ L.Pfeiffer

Zuschauer: -

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