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Nach der ernüchternden Pleite in Karlsruhe liefert der SV Darmstadt 98 gegen St. Pauli eine überzeugende Vorstellung ab - trotz aller merkwürdigen Begleitumstände.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Lilien feiern 4:0-Sieg gegen St. Pauli

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Karlsruhe hatten sie nicht vergessen. Die ernüchternde 0:2-Schlappe beim Kellerkind zum Auftakt der Geisterspiel-Wochen war beim Trainer und bei den Spielern des SV Darmstadt 98 auch am Samstag noch präsent. Nur: Nach der überzeugenden Vorstellung beim 4:0 (1:0) gegen den FC St. Pauli konnte das schlechte Spiel beim KSC in ein anderes Licht gerückt werden. "In Karlsruhe haben wir die Gegebenheiten nicht angenommen, heute haben wir das gut gemacht", fasste es Coach Dimitrios Grammozis zusammen. Die Lilien, sie sind nun endgültig im Corona-Modus angekommen.

Keine Zuschauer, ein Haufen Hygieneregeln, Jubelverbot - alles ist neu, alles ist gespenstisch. Das merkte man den Darmstädtern vor einer Woche noch an, am Samstag war all die Anspannung endlich gelöst. "Die Aufarbeitung des letzten Spiels war sehr wichtig. Die Jungs waren sehr selbstkritisch und haben eingesehen, dass es mit dieser Art und Weise schwierig ist, in dieser Liga Punkte zu sammeln. Ich bin sehr stolz und glücklich über die Reaktion heute", erklärte Grammozis.

Torreigen am Ende der Partie

Nur in der ersten Hälfte ließen die Südhessen den Gast aus der Hansestadt mitspielen, in der munteren und flotten Partie kamen beide Teams zu Chancen. Spätesten im zweiten Abschnitt hatten die Lilien aber alles im Griff und schossen den Gast am Ende der Partie förmlich aus dem leeren Stadion am Böllenfalltor. Natürlich fiel der Sieg am Ende ein wenig zu hoch aus, verdient war er aber in jedem Fall.

Der Anblick ins weite Stadionrund bleibt dennoch für alle Beteiligten ein merkwürdiger. Besonders im sonst so stimmungsvollen "Bölle". "Die Zuschauer sind das Salz in der Suppe. Natürlich haben wir uns an die Gegebenheiten gewöhnt und versuchen, das Beste daraus zu machen, aber ohne Zuschauer macht es einfach nicht den Spaß wie normalerweise", gab Grammozis zu.

"Gewöhnungsbedürftige Atmosphäre"

Yannick Stark, der das zwischenzeitliche 2:0 erzielt hatte, sah es ähnlich wie sein Trainer: "Das ist eine gewöhnungsbedürftige Atmosphäre vor leeren Rängen, aber wir sind froh, dass wir überhaupt spielen können. Es gilt sich als Profi darauf einzustellen und das Beste daraus zu machen", so der Mittelfeld-Akteur, der die vergagenen Tage dann einwandfrei zusammenfasste: "Das ist uns gegen St. Pauli deutlich besser gelungen als in Karlsruhe."