Den Lilien-Spieler steht nach dem Tor zum 3:2 für Düsseldorf die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

Es wird so langsam die Geschichte dieser Saison für den SV Darmstadt 98. In Düsseldorf absolvieren die Lilien wieder einmal ein gutes Zweitligaspiel – und wieder einmal belohnen sie sich nicht für ihre Mühen. Was bleibt, ist Enttäuschung.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Darmstadt 98 verliert in Düsseldorf

Fabian Holland von Darmstadt 98 im Spiel bei Fortuna Düsseldorf
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Wenn man die bisherige Saison des SV Darmstadt in 90 Minuten packen müsste, käme wahrscheinlich das Spiel am Freitagabend in Düsseldorf heraus. Die Lilien machen offensiv Spaß, haben mit Serdar Dursun und Tobias Kempe zwei verlässliche Torschützen, lassen aber trotzdem noch zu viele Chancen liegen. Und weil die Südhessen hinten immer wieder patzen, verlieren sie ein Spiel, das sie eigentlich locker hätten gewinnen müssen, mit 2:3 (0:0).

"Wir dominieren das Spiel ganz klar. Dann bekommst du aus zwei Torschüssen mehr oder weniger direkt zwei Tore. Und dann die letzte Aktion: Ein abgefälschter Schuss, der dem Gegner vor den Füßen landet. Und dann verlierst du so ein Spiel, wo du ganz klar die bessere Mannschaft warst. Es ist mehr als bitter", fasste Trainer Markus Anfang das ganze Dilemma auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zusammen.

Zu viele Patzer in der Abwehr

Noch in der Vorwoche hatten es die Lilien besser gemacht, als sie Eintracht Braunschweig mit 4:0 vom Platz schossen. Taktisch orientierte sich Anfang an dieser Partie, ließ erneut mit Dreierkette spielen, die sich ab und an in eine Viererkette wandelte. Und wieder standen die Südhessen hinten erst einmal ziemlich stabil.

In der zweiten Halbzeit kassierte der SV98 dann aber drei Tore, "die in keinster Weise herausgespielt waren, sondern Situationen, in denen wir den Gegner eingeladen haben", so der Trainer. Ein Freistoßtor von Rouwen Hennings (56. Minute), ein von Lukas Mai und Marcel Schuhen gleichermaßen falsch eingeschätzter Ball (77.) und der erwähnte abgefälschte Schuss in der 89. Minute machten den Lilien den Garaus. Das vorrangige Problem sieht der Coach dennoch nicht in seiner Abwehr.

Die Vorentscheidung verpasst

Bereits zur Halbzeit hätten die Lilien 2:0 führen können. Und als sie in der zweiten Halbzeit mit 2:1 vorne lagen, hätte Dursun den Deckel draufmachen können, vergab aber im Eins-gegen-Eins mit Fortuna-Keeper Florian Kastenmeier die vermeintliche Vorentscheidung (74.).

Das erste Tor des Stürmers zum 1:0 (50.) und der von Kempe verwandelte Foulelfmeter zum 2:1 (67.) blieben so am Ende wertlos. "Wir müssen darüber sprechen, dass wir vorne die Dinger machen. Dann reden wir auch nicht über die Abläufe im Defensivverbund", so Anfang.

Chronische Bauchschmerzen vermeiden

Die Lilien machen vieles richtig in dieser Saison. Leider machen sie aber auch immer wieder entscheidende Sachen falsch. In Düsseldorf hatten sie 62 Prozent Ballbesitz, brachten fast doppelt so viele Pässe an den Mann wie der Gegner (625:324) und gewannen mehr Zweikämpfe (96:81). Punkte nahmen sie trotzdem nicht mit nach Hause. "Das ist eine der Niederlagen, da habe ich richtig Bauchschmerzen mit", sagte Anfang.

Die Südhessen müssen aufpassen, dass aus den Bauchschmerzen keine chronischen werden. Viel mehr Spiele Marke Düsseldorf sollten sie sich bis zum Jahresende nicht mehr erlauben. Das Weihnachtsfest könnte sonst ein eher unangenehmes werden.