Frustrierte Spieler vpn Darmstadt 98
Der SV Darmstadt 98 braucht ein Erfolgserlebnis - und zwar schnell. Bild © Imago

Drittliga-Hölle oder Klassenerhalts-Himmel? Der SV Darmstadt 98 geht in die wichtigste Woche des Jahres. Präsident Rüdiger Fritsch klammert sich vor dem Endspiel-Dreierpack an Hilfe von oben.

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Ein ganz kleiner Bruchteil der Darmstädter Wunderjahre ist derzeit rund um das Böllenfalltor wieder einmal präsent. Am Samstag (13 Uhr) tritt der SV Darmstadt 98 erstmals seit Sommer 2014 wieder auf der Bielefelder Alm an. Dem Ort, an dem vor langer Zeit mit einem 4:2-Sieg im Relegations-Rückspiel das Märchen vom Durchmarsch begann. "Da bekommt man immer noch Gänsehaut“, schwelgte Lilien-Präsident Rüdiger Frisch im Gespräch mit dem hr-sport in Erinnerungen.

Überstrahlt werden diese Momente für die Ewigkeit allerdings von der Gegenwart. "Es wäre ein Fehler, das jetzt als Grundlage zu nehmen. Wir sollten die jetzige Situation so annehmen, wie sie sich darstellt."

Wie gewonnen, so zerronnen

Und dieser Darmstädter Status Quo heißt rund dreieinhalb Jahre nach dem Aufstieg in die 2. Liga: Abstiegskampf in der 2. Liga. Von den vergangenen 15 Spielen haben die Südhessen, die inzwischen bekanntermaßen wieder vom damaligen Erfolgscoach Dirk Schuster betreut werden, lediglich eins gewonnen. Als Tabellen-17. drohen die Lilien wieder dorthin abzustürzen, wo sie einst vor dem Sensationsspiel in Bielefeld waren und danach nie wieder hinwollten: in die 3. Liga.

"Wir müssen nichts schönreden, die Lage ist ernst und dramatisch", so Fritsch. "Fakt ist aber auch, dass noch 13 Spiele zu gehen sind." Drei ganz entscheidende davon in den kommenden neun Tagen.

Jetzt oder nie

Auf das Gastspiel bei der Arminia folgen mit dem Nachholspiel gegen den Tabellenletzten 1. FC Kaiserslautern am Mittwoch (18.30 Uhr) und dem Duell mit dem 1. FC Heidenheim am nächsten Sonntag (13.30 Uhr) zwei eminent wichtige Heimspiele. Siege sind Pflicht, vermeidbare Niederlagen wie zuletzt gegen Duisburg (1:2) absolut tabu. "Wir wollen jetzt den Turnaround schaffen", forderte Trainer Schuster auf der Pressekonferenz. Wohlwissend, dass bei weiteren Nullrunden in Darmstadt sonst langsam aber sicher das letzte Stündchen schlagen könnte.

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Wie genau die Darmstädter diese 180-Grad-Trendwende vollführen und den 2018er-Lilien wieder etwas von der Sieger-Mentalität der 2014er-Lilien einimpfen wollen, ist jedoch unklar. Die Ursache für den seit Monaten anhaltenden Negativtrend ist noch immer nicht gefunden. "Die Frage nach den Gründen ist nicht neu. Wenn ich sie anständig beantworten könnte, würde ich hier nicht sitzen", so Fritsch. Die Qualität der Mannschaft stimme, der Zusammenhalt sei nach wie vor gut, im Training werde gut gearbeitet. "Es hört sich nach einer Phrase an, ist aber keine: Wir müssen einfach fest dran glauben und alles geben", so Fritsch. Der Fußballgott als letzte Hoffnung.

Wunder-Wiederholung erwünscht

Noch haben die Lilien genug Zeit, das Horrorszenario Abstieg zu verhindern. Im kommenden Endspiel-Dreierpack müssen aber zwingend Punkte auf das überschaubare Konto gepackt werden. "Wir müssen noch kein Beerdigungs-Szenario aufziehen", betonte Fritsch. "Klar ist aber auch, dass die Spiele immer weniger werden."

Darmstadt 98 braucht im Februar 2018 eine ähnliche Auferstehung wie im besagten Mai 2014. Damals waren die Lilien angesichts der 1:3-Pleite im Relegations-Hinspiel sogar deutlich weiter von einer Zukunft in der 2. Liga entfernt als jetzt. Dann geschah jedoch das Wunder von Bielefeld und für die Lilien ging es steil nach oben. Eine Geschichte, die man sich in Darmstadt noch heute gerne erzählt. Wiederholung erwünscht.