Christian Kühlwetter köpft Heidenheim unbedrängt zur Führung gegen den SV Darmstadt 98.

Nach einer ordentlichen ersten Hälfte erleidet Zweitligist Darmstadt 98 beim Auswärtsspiel in Heidenheim Schiffbruch. Der Fehlstart ins Jahr 2021 ist damit perfekt.

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Markus Anfang PK
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Bisher waren die Lilien als "Standard-Könige" der 2. Bundesliga bekannt, in Heidenheim wurden die Hessen nun mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Christian Kühlwetter (49. Minute) und Patrick Mainka (59.) trafen am Sonntag jeweils nach ruhenden Bällen gegen Darmstadt 98. Denis Thomalla sorgte mit dem Schlusspunkt in der 83. Minute dafür, dass es in Darmstadt nun nachhaltig ungemütlich werden dürfte.

Das 0:3 (0:1) beim FCH war bereits die dritte Niederlage im noch jungen neuen Jahr für die Mannschaft von Trainer Markus Anfang, die auf den 14. Platz abrutscht und nur noch vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz aufweist. "Die Gegentore nach den Standards waren heute sicherlich der Knackpunkt", resümierte Kapitän Fabian Holland. "Wir haben in der Woche den Fokus darauf gelegt, dass Standards das Spiel entscheiden könnten. Umso bitterer ist es, dass wir es nicht verteidigt bekommen."

Kühlwetters Köpfchen spielt die Hauptrolle

Nach der unnötigen Niederlage in Hannover hatte Anfang seine Startelf auf drei Positionen umgebaut, unter anderem musste er auf seinen angeschlagenen – und umworbenen – Topstürmer Serdar Dursun verzichten. Ersatzmann Felix Platte machte seine Sache allerdings sehr ordentlich, war sich wie gewohnt für keinen Zweikampf zu schade und verzeichnete auch die erste Gelegenheit (26.) für die Darmstädter, die sich in dieser Saison noch zu selten für ihre Leistungen bemühen.

Die Lilien waren im ersten Durchgang das etwas bessere zweier bemühter Teams, die eine gewisse Zeit benötigten, um ihre spielerische Linie bei nasskaltem Januarwetter zu finden. Immanuel Höhn hätte sein Team um ein Haar zur verdienten Führung geköpft, doch Kühlwetter rettete auf der Linie für seinen bereits geschlagenen Schlussmann. Auf der Gegenseite zeigte Lilien-Keeper Marcel Schuhen eine gute Reaktion bei der einzig hochkarätigen Torchance der Gastgeber durch ebenjenen Kühlwetter (40.). Viel mehr passierte in den Strafräumen (noch) nicht.

Zwei Standards brechen Darmstadt das Genick

Eine Viertelstunde nach Wiederbeginn war das Spiel dann plötzlich entschieden. Und das dank der ruhenden Bälle des Heidenheimers Florian Pick. Zunächst durfte Kühlwetter zum Leidwesen der hessischen Gäste jubeln. Und dafür musste der Zehn-Tore-Angreifer gar nicht viel machen außer zu lauern. Picks Eckball von rechts hatte Mainka klug mit dem Hinterkopf verlängert, der Ball flog durch den Fünfer, Kühlwetter musste nur noch das Köpfchen hinhalten (48.).

Die nächste kalte Dusche für Darmstadt ließ nicht lang auf sich warten. Zehn Minuten später war es Mainka selbst, der auf 2:0 für die Gastgeber stellte: Wieder konnten die Hessen eine scharf getretene Standardsituation nicht verteidigen, diesmal traf Mainka nach einer Hereingabe aus dem Halbfeld per Fuß (59.).

Lilien fällt aus dem Spiel heraus gar nichts ein

Die bis dato berechtigten Darmstädter Ambitionen auf einen Auswärtssieg waren nach den beiden Gegentoren wie weggeblasen. Während sich die Heidenheimer nun darauf konzentrierten konnten, die Zwei-Tore-Führung zu verwalten, fiel den Lilien aus dem Spiel heraus nicht mehr viel ein.

Nicht nur deshalb war die Hereinnahme des kopfballstarken Aaron Seydel (kam für Patric Pfeiffer) folgerichtig. Das einzige, was sich änderte, war allerdings die Tatsache, dass nun zwei statt bisher ein groß gewachsener Stürmer vergeblich auf verwertbare Flanken warteten. Anfang brachte 20 Minuten vor dem Ende auch Neuzugang Christian Clemens ins Spiel, doch der Ex-Kölner konnte dem Darmstädter Spiel ebenfalls keine spielerischen Impulse mehr verleihen.

Die Quittung für eine alles in allem äußerst schwache zweite Halbzeit gab's dann in der Schlussphase. Thomalla überwand Schuhen nach einem Konter in der 83. Minute und besorgte zugleich den 3:0-Endstand – und das in dieser Höhe trotz einer ordentlichen ersten Darmstädter Hälfte gar nicht mal unverdient.

Weitere Informationen

FC Heidenheim - Darmstadt 98 3:0 (0:0)

Heidenheim: Müller - Busch, Mainka, Hüsing, Theuerkauf - Geipl - Mohr (73. Föhrenbach), Burnic - Pick - Thomalla (90. Schimmer), Kühlwetter (90. Kerschbaumer)

Darmstadt:
Schuhen - Pfeiffer (61. Seydel), Höhn, Mai - Rapp, Schnellhardt, Holland - Kempe, Mehlem (70. Berko), Skarke (70. Clemens), Platte

Tore: 1:0 Kühlwetter (49.), 2:0 Mainka (59.), 3:0 Thomalla (83.)
Gelbe Karten: Busch / -

Schiedsrichter: Hartmann (Wangen)

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Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! bundesliga, 17.1.2021, 22.50 Uhr