Dario Dumic klatscht sich mit Fans ab.
Dario Dumić lässt sich nach dem Sieg gegen Kiel von Darmstädter Fans feiern. Bild © Imago Images

Der Start in die Zweitliga-Saison ist für Neuzugang Dario Dumić und den SV Darmstadt 98 mehr als geglückt. An den bevorstehenden DFB-Pokal hat der Verteidiger hingegen keine guten Erinnerungen.

Videobeitrag
Dario Dumic im Interview

Video

zum Video SV98-Profi Dumić: Gute Chemie mit Mitspieler Höhn

Ende des Videobeitrags

Für einen kurzen Moment blickt Dario Dumić etwas verdutzt drein. Seine Rolle in der Abwehr des SV Darmstadt 98? "Meine Rolle ist, das Tor zu verteidigen", sagt der Neue in der Defensive der Lilien kurz und trocken. "Ansonsten wüsste ich nicht, was meine Rolle sein soll."

Innenverteidiger beim SV98 – spätestens seit der Ära Aytac Sulu ist das nicht irgendein Job. Zwischen 2013 und Januar 2019 war der langjährige Kapitän auf und neben dem Platz Taktgeber, er spielte trotz Verletzungen mit Maske oder Turban und zog sich sogar einmal selbst einen Zahn. In der vergangenen Saison aber war die Position der Innenverteidiger bei den Südhessen etwas in Verruf geraten.

Zu viele Gegentore in der vergangenen Saison

53 Gegentore in 34 Punktspielen waren die beste Erklärung dafür, dass die Lilien trotz eines guten Kaders phasenweise an der Schwelle zum Abstiegskampf der zweiten Fußball-Bundesliga standen. Ein Problem, das die Chefetage um Trainer Dimitrios Grammozis und den Sportlichen Leiter Carsten Wehlmann in dieser Spielzeit in den Griff bekommen müssen. Mit ersten Erfolgen.

Die Südhessen sind mit nur einem Gegentreffer in zwei Partien in die neue Runde gestartet, beim 2:0-Heimsieg gegen Holstein Kiel am vergangenen Wochenende stand am Ende sogar die Null. In dieser Partie – wie auch beim Auftakt in Hamburg (1:1) – bildeten Immanuel Höhn und eben Dario Dumić das Innenverteidiger-Pärchen.

Videobeitrag
Wehlmann im Interview

Video

zum Video Wehlmann über SV98-Profi Dumić: "Er übernimmt Verantwortung"

Ende des Videobeitrags

"Mit Höhni habe ich eine gute Chemie", beschreibt der 27-Jährige das ebenso simple wie nachvollziehbare Erfolgsrezept. "Das passt einfach gut, er ist ein cleverer Spieler. Es war ein guter Start gegen zwei gute Mannschaften." Und mit einem guten Dumić.

Bereits in den ersten zwei Partien wurde sichtbar, dass der in Sarajevo geborene Verteidiger genau der Spielertyp ist, den der SV98 für die Lösung seiner Abwehrprobleme benötigt hat. "Es freut uns natürlich, dass genau die Sachen aufgehen, die wir uns von ihm erhofft haben", sagt Wehlmann im Gespräch mit dem hr-sport. "Dario macht es sehr gut, er ist super aufgenommen worden und hat sich sehr gut eingebracht."

DFB-Pokal? Dumić ist gewarnt

Dumić ist für diese Saison vom Eredivisie-Club FC Utrecht aus den Niederlanden ausgeliehen, Zweitliga-Erfahrung sammelte er aber bereits in der vergangenen Spielzeit in mehr als 20 Einsätzen für Dynamo Dresden. Heißt im Klartext: Das Unterhaus ist für den Verteidiger kein rotes Tuch, der DFB-Pokal hingegen schon.

Es sei "nicht so viel", was Dumić über den Darmstädter Erstrunden-Gegner FC Oberneuland (Sonntag, 15.30 Uhr) wisse. "Aber es ist die fünfte deutsche Liga. Sie können Fußball spielen. Letztes Jahr habe ich mit Dresden gegen einen Viertligisten verloren." In der Tat.

Mit den Sachsen war vor einem Jahr nach einem 2:3 n.V. beim SV Rödinghausen bereits nach den ersten 120 Pokal-Minuten Schluss. Jetzt hofft Dario Dumić, dass sich diese Geschichte nicht wiederholt – und er nicht noch einmal so verdutzt dreinschauen muss.