André Silva Eintracht Frankfurt FC Augsburg

Eintracht Frankfurt muss siegen, der FC Augsburg will siegen - so viel zur Ausgangslage. Sorgen dürfte den Hessen dabei eine unangenehme Statistik bereiten. Das Wichtigste zum Spiel.

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zum Video Eintracht Frankfurt: Pressekonferenz vor dem Spiel beim FC Augsburg

Adi Hütter
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Eintracht Frankfurt beendet dieses seltsame Jahr 2020 am Samstag (15.30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim FC Augsburg. Für die Hessen geht es wieder einmal darum, die Sieglos-Serie zu beenden. Der FCA ist eigentlich schon in Festtagsstimmung.

Die Ausgangslage

Den FC Augsburg und Eintracht Frankfurt trennen in der Bundesliga-Tabelle zwar nur ein Platz und zwei Punkte, die Gemütslagen könnten allerdings wohl unterschiedlicher nicht sein. Weil die Fuggerstädter in der Englischen Woche nach dem Last-Minute-Remis gegen Schalke auch noch einen Last-Minute-Sieg in Bielefeld feierten, steht einem sorgenfreien Weihnachtsfest absolut nichts mehr im Wege. Die Mannschaft von Heiko Herrlich hat ihre Ziele erst einmal erreicht, zu meckern gibt es derzeit nichts.

Ganz anders sieht das bei der Eintracht aus. Die Hessen zeigten gegen Gladbach zwar eine ansprechende Leistung und hätten einen Sieg verdient gehabt. Die zwei späten Gegentreffer zum 3:3-Endstand verlängerten die Sieglos-Serie nun aber schon auf neun Partien, den letzten Sieg gab es Anfang Oktober. "Es ist sehr, sehr wichtig, dass wir mit einem guten Gefühl in die Pause gehen. Das Spiel kann richtungsweisend für die Rückrunde sein", sagte Trainer Adi Hütter am Donnerstag. Heißt: Der Druck ist auf Seiten der Frankfurter.

Das Personal

In der Frankfurter Dreierkette kündigt sich eine kleine Rochade an: Der gesperrte Kapitän David Abraham könnte auf der rechten Seite von Tuta, Stefan Ilsanker oder Martin Hinteregger ersetzt werden. Für links steht der zuletzt angeschlagene Evan N’Dicka bereit. Ob Amin Younes, dem gegen Gladbach sichtlich die Puste ausging, erneut von Beginn an auflaufen darf, bleibt abzuwarten.

Bei Augsburg kehrt Stürmer Florian Niederlechner nach abgelaufener Sperre wohl zurück in die Startelf, auch Ruben Vargas ist ein Kandidat für die Anfangsformation. Der prominenteste Ausfall ist der Ex-Offenbacher André Hahn (Corona).

So könnte die Eintracht spielen:

So könnte die Eintracht in Augsburg spielen.

So könnte Augsburg spielen: Gikiewicz - Gumny, Gouweleeuw, Oxford, Uduokhai - Khedira, Gruezo - Caligiuri, Strobl, Vargas - Niederlechner

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "Die Ergebnisse stimmen einfach nicht. Mit ein bisschen mehr Glück würden wir ganz woanders stehen. Wir spielen einen sehr gepflegten Fußball. Es ist ein schwieriges Pflaster in Augsburg, sie spielen effektiven Fußball, sind zweikampfstark und taktisch diszipliniert. Es wird sicherlich ein richtungsweisendes Spiel für die Rückrunde."

Heiko Herrlich: "Eintracht Frankfurt hat eine sehr gute Mannschaft. Sie haben eine unheimliche Geschwindigkeit und Aggressivität. Wir müssen hellwach sein. Wir haben morgen das dritte Spiel innerhalb von sechs Tagen und spielen drei Tage später schon wieder. Wir wollen möglichst viele frische Kräfte bringen"

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Wenn auf einen bei der Eintracht aktuell Verlass ist, dann ist es André Silva. Wie sehr die Hessen aktuell von ihrem Vorzeige-Stürmer abhängig sind, zeigten die vergangenen beiden Spiele. Während in Wolfsburg in Abwesenheit des Portugiesen nach vorne bis auf einen verwandelten Elfmeter von Bas Dost nicht viel ging, war gegen Mönchengladbach mit Silva in der Anfangsformation gleich wieder Alarm in der Offesive - zwei Tore des Stürmers inklusive. Auch gegen den FCA werden daher wieder alle Blicke auf ihn gerichtet sein.

Bei den Augsburgern gibt es auf den ersten Blick keinen Spieler der derart heraussticht. Die Schwaben kommen über das Kollektiv. Und dennoch blüht einer beim FCA seit seinem Wechsel im Sommer vom FC Schalke nach Augsburg richtig auf: Daniel Caligiuri. Vier Tore hat der mittlerweile 32-Jährige schon erzielt, dazu drei vorbereitet - unter anderem das 1:0 gegen Bielefeld unter der Woche. Ihn sollte die Eintracht-Defensive besonders im Blick behalten.

Die Statistik des Spiels

Die entscheidenden Zahlen des Spiels sind dieses Mal Spielminuten des Spiels. Genauer: die Minuten 76 bis 90 (und darüber hinaus). Diese letzte und oft nicht unwichtige Viertelstunde wird in dieser Saison nämlich immer mehr zur FCA-Viertelstunde. Die Augsburger schafften an zwölf Spieltagen das Kunststück, bereits acht Tore in der Schlussphase zu erzielen. Liga-Bestwert und eine sehr schlechte Nachricht für die Eintracht.

Das Team von Trainer Hütter hat alleine in den vergangenen vier Spielen ganze fünf Treffer in der Schluss-Viertelstunde gefangen. Bei Union Berlin glich Max Kruse spät aus (82.), in Wolfsburg drehte Wout Weghorst mit einem Doppelpack (76./88.) die Partie komplett, die Geschichte des Heimspiels gegen Borussia Mönchengladbach kennen Sie bereits. Klar ist also: Egal, wie es am Samstag steht: Die Eintracht sollte sich nicht zu früh freuen.