Szene aus dem Spiel zwischen Darmstadt und St. Pauli

Auf ein kurioses Elfmeter-Tor folgte ein später Elfmeter-Schock: Der SV Darmstadt 98 hat am Samstag seinen zweiten Saisonsieg haarscharf verpasst. Beim Remis gegen den FC St. Pauli spielte ausgerechnet ein Leihspieler von Eintracht Frankfurt eine entscheidende Rolle.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found 2:2! Kurioses und strittiges Unentschieden zwischen Lilien und St. Pauli

Szene aus dem Spiel zwischen Darmstadt 98 und St. Pauli
Ende des Audiobeitrags

Fußball-Zweitligist Darmstadt 98 hat den zweiten Sieg der Saison 2020/21 nur um Sekunden verpasst. Die Mannschaft von Trainer Markus Anfang kehrte am Samstag mit einem 2:2 (1:0) gegen den FC St. Pauli aus der coronabedingten Zwangspause zurück.

Zwei Höhepunkte in Halbzeit eins

Serdar Dursun traf für die Lilien (45./Foulelfmeter, 76.). Rico Benatelli (80.) sowie Rodrigo Zalazar (90.+5, Foulelfmeter) bescherten den Kiez-Kickern aus Hamburg ein spätes Unentschieden. Für den SV98 war es nach der Verlegung des Auswärtsspiels beim VfL Osnabrück das erste Pflichtspiel seit dem 3:2 in Nürnberg Anfang Oktober.

Die erste Halbzeit zwischen Südhessen und Norddeutschen bot genau zwei Höhepunkte, beide hatten mit einem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Marco Fritz (Korb) zu tun. Der Unparteiische hatte in der zwölften Minute ein Foul von Matthias Bader am Ex-Wiesbadener Maximilian Dittgen gesehen, einen Strafstoß gab es am Ende aber doch nicht: Ein Blick auf die Videobilder offenbarte Fritz, dass Bader bei der Rettungsaktion eher Ball als Gegenspieler getroffen hatte.

Serdar Dursun: Ein Elfmeter in mehreren Akten

Der zweite Höhepunkt, ein zurecht gegebener Foulelfmeter, dürfte ins Geschichtsbuch dieser Zweitliga-Saison eingehen. Nachdem Tobias Kempe von Paulis Finn Ole Becker zu Fall gebracht worden war, trat Dursun an den Elfmeterpunkt. Und wie. Gewöhnlicher Anlauf, satter Schuss? Von wegen.

Auf dem Weg zum Elfmeterpunkt hob der Stürmer plötzlich mit dem rechten Bein ab, um auf dem linken Fuß zu landen und den Ball schließlich mit dem rechten ins linke untere Toreck einzuschieben. Klingt kompliziert? So sah es auch aus. Und für Pauli-Torwart Robin Himmelmann war es eine Variante der Marke: unhaltbar.

Darmstadt legt nach, aber St. Pauli gleicht noch aus

Nach dem Seitenwechsel bewies Dursun, dass er Tore auch anhand von gewohnten Bewegungsabläufen erzielen kann – und ein schöner Treffer war das 2:0 noch obendrauf: Bei einem Kempe-Freistoß aus dem linken Halbfeld schlich er sich in den Rücken der Hamburger Abwehr, stieg zum Kopfball hoch und traf (76.).

Ein wichtiges Tor, denn nur kurz darauf verkürzte Benatelli zum 1:2 (80.). Ergebniskosmetik? Aus Sicht der Südhessen leider nicht. In der Nachspielzeit gab es eine weitere strittige Elfmeterszene, wieder konsultierte Schiri Fritz die Videobilder – und zeigte dann definitiv auf den Punkt.

Eintracht-Leihspieler Zalazar gleicht spät aus

Nachdem Adrian Stanilewicz Lukas Daschner minimal am Fuß getroffen hatte, trat Zalazar – Leihgabe von Eintracht Frankfurt – an den Elfmeterpunkt und schockte die Lilien mit seinem späten Treffer zum 2:2. Der SV Darmstadt 98 wartet nun auf das Nachholspiel in Osnabrück am kommenden Mittwoch (18.30 Uhr).

Weitere Informationen

Darmstadt 98 - FC St. Pauli 2:2 (1:0)

Darmstadt: Schuhen - Bader, Mai, Höhn, Holland - Rapp - Skarke, Mehlem (87. Stanilewicz), Kempe, Honsak (72. Palsson) - Dursun (86. Seydel)

St. Pauli: Himmelmann - Zander (72. Lankford), Ohlsson, Ziereis (65. Tashchy), Buballa - Becker, Knoll (78.Benatelli) - Zalazar, Dittgen (78.Paqarada) - Makienok, Kyereh (65. Daschner)

Tore: 1:0 Dursun (45./FE), 2:0 Dursun (76.), 2:1 Benatelli (80.), 2:2 Zalazar (90.+5/FE)
Gelbe Karten: Holland, Mehlem / Zander, Buballa, Benatelli

Schiedsrichter: Fritz (Korb)
Zuschauer: keine

Ende der weiteren Informationen