Ex-Lilien-Keeper Igor Berezovsky befindet sich aktuell in der ukrainischen Heimat. Er selbst ist noch in Sicherheit. Seine Gedanken sind aber bei den Menschen an der Front.

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Ex-Lilie Berezovsky: Eindrücke aus der Ukraine

Igor Berezovsky
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Ex-Lilien-Keeper Igor Berezovsky blickt trotz der weiter schlimmen Lage in der Ukraine nicht ohne Hoffnung auf die kommenden Wochen und Monate. "Ich fühle Zuversicht in unsere Armee", sagte der gebürtige Ukrainer im Gespräch mit dem hr-sport. "Jeder in der Ukraine ist bereit zu kämpfen. Deshalb sind wir zuversichtlich."

Die Situation sei immer noch hart, betonte Berezovsky, der sich fernab der Front befindet, jedoch auch. "Ich bin 270 Kilometer von Kiew entfernt. Ich bin hier mit meiner Familie, meinem Bruder, meinen Eltern. Und meine Großmutter wohnt auch hier in der Stadt", berichtete Berezovsky, der in der Vergangenheit gleich zweimal beim SV Darmstadt 98 unter Vertrag stand. "Hier ist es relativ sicher."

"Ich war geschockt von den Bildern"

Die Bilder der Krieges verfolge er im Fernsehen, so Berezovsky. "Ich war geschockt von den Bildern im Fernsehen. Ich sitze hier in Sicherheit, aber ich weiß nicht, wie ich reagiere, wenn ich all das in echt sehe." Der russische Angriffskrieg sei ein Genozid, führte der Ex-Lilien-Keeper, der immer noch Kontakt zum Verein und den Fans hält, weiter aus.

Eine Botschaft hat er auch: "Manche Fans erzählen mir: 'Igor, du kannst dir nicht vorstellen, hier in Deutschland haben sich die Preise verdoppelt. Wir kaufen jetzt nicht mehr täglich ein Brot, sondern nur noch alle drei Tage wegen der Preise.' Das ist seltsam für mich. Ich sage dann: 'Vielleicht ist euer Preis jetzt doppelt so hoch, aber ich habe nur eine Frage: Seid ihr bereit, diesen Preis für das Brot zu zahlen, wenn dafür nicht eure Eltern oder Freunde sterben oder eure Häuser zerstört werden?'"