Profis des SV Darmstadt 98 nach der Pleite in Fürth

Nach der ernüchternden Pleite in Fürth herrschte beim SV Darmstadt 98 reichlich Redebedarf. Kapitän und Trainer sprachen Klartext - auch mit dem eigenen Anhang.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fabian Holland: "So kannst du in der zweiten Liga kein Spiel gewinnen"

Holland
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Die Worte nach dem Spiel waren das genaue Gegenteil von dem, was der SV Darmstadt 98 zuvor 90 Minuten auf dem Platz geboten hatte: forsch, zielstrebig, schonungslos. Nach der ernüchternden 1:3-Auswärtsschlappe bei Greuther Fürth nahm bei den Lilien keiner ein Blatt vor den Mund. "So kannst du in der zweiten Liga kein Spiel gewinnen", bekannte Fabian Holland sauer.

Grund für diese schonunglose Analyse: die unterirdische erste Hälfte des SVD in Fürth. Die Darmstädter waren in der Offensive überhaupt nicht präsent, fanden zu keiner Sekunde ins Spiel und überließen den Franken komplett das Feld. Die Folge: zwei absolut verdiente Tore der Fürther (32./37. Minute). Kurz nach der Halbzeitpause folgte gar der dritte Treffer der Gastgeber (47.).

"Da fehlt halt einfach was"

"Bis zum 3:0 waren wir überhaupt nicht im Spiel, nicht mutig genug und haben zu viel zugelassen", so Holland. "Wir hatten in der ersten Halbzeit keine Durchschlagskraft. Da fehlt halt einfach etwas." Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt schon gelaufen. Der Ehrentreffer durch Victor Palsson (87.) kam zu spät für eine Aufholjagd.

Nur war es bei Weitem nicht so, dass die Lilien zu Gast bei einem absoluten Spitzenteam gewesen wären. Vor der Partie befanden sich die Fürther in der Tabelle nur einen Zähler vor den Südhessen. "Ich bin brutal enttäuscht, wie wir hier aufgetreten sind, vor allem in der ersten Halbzeit", urteilte daher auch Trainer Dimitrios Grammozis. "Das geht in der 2. Liga nicht. Auf diese Art und Weise können wir uns nicht präsentieren."

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Lilien-Fans nach dem Spiel attackiert

Folgerichtig gab es nach dem Spiel auch reichlich Redebarf bei den Darmstädtern. Die Lilien-Profis durften sich lange die Kritik des mitgereistens Anhangs anhören. "Ich denke es ist ganz gut, dass sich jeder mal auskotzt. Ich denke das tut allen ein bisschen gut", sagte Holland. "Wir waren stinksauer, die waren stinksauer. Das ist auch ihr gutes Recht. Da sind eben ein paar Worte gefallen, die haben sie ausgesprochen."

Für Teile der Darmstädter Fans war das Spiel ihrer Mannschaft am Abend komplett nebensächlich. Rund 40 bis 50 Anhänger von Eintracht Frankfurt attackierten rund 150 Lilien-Fans auf der Heimreise am Bahnhof Grubel Messel. Dabei wurden sieben Menschen verletzt und mussten zum Teil ins Krankenhaus eingeliefert werden. Vor dem Eintreffen der Polizei flüchteten die Täter. Die Beamten setzten zur Fahndung unter anderem einen Hubschrauber ein.