Torsten Lieberknecht

In den Heimspielen verzückt der SV Darmstadt 98 die Fans, auswärts aber kommen die Hessen nicht vom Fleck. Nach der Niederlage in Heidenheim sind Trainer und Spieler frustriert.

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Audioseite Lilien mit Niederlage in Heidenheim

Philipp Tietz trifft zum 1:1 in Heidenheim.
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Acht Spiele, zehn Punkte, 15:12 Tore, Platz elf – wenn man es nicht besser wüsste, sähe alles nach einer stinknormalen Mittelfeld-Saison des SV Darmstadt 98 aus. Aber in der noch jugnen Spielzeit zeigt sich: Der SV Damrstadt 98 hat zwei Gesichter – und ein veritables Auswärtsproblem.

Denn da wären einerseits die teils spektakulären Heimspiele der Lilien. 6:1 gegen Ingolstadt, 4:0 gegen Hannover, zuletzt das kämpferisch großartige 1:0 gegen Dresden, bei dem die Hessen lange in Unterzahl spielten. Und andererseits die Auswärtsspiele. Nur einen Punkt holten die Lilien in der Fremde, denen gegenüber neun zuhause. "Wir brauchen auch auswärts mal einen Dreier, den müssen wir in Sandhausen anstreben", sagte ein sichtlich enttäuschter Lilien-Coach Torsten Lieberknecht nach dem 1:2 in Heidenheim.

"Wir belohnen uns nicht"

Bei einem starken Gegner zeigten die Lilien eine engagierte Leistung, stellten sich mit zwei billigen Elfern aber selbst ein Bein. Auch wenn Heidenheims Tim Kleindienst den ersten noch verschoss, bedeutete der Elfmeter ein Bruch im Spiel der Hessen. "Wir haben nach der ersten Elfmeterentscheidung den Faden verloren und erst in der zweiten Halbzeit wieder angefangen, mehr Fußball zu spielen", so Lieberknecht.

Dennoch waren die Lilien nicht chancenlos, allein der Ertrag passte nicht. "Dass es hier schwierig ist, weiß die ganze Liga. Wir haben uns ordentlich präsentiert, wenn alles normal läuft, nehmen wir mindestens einen Punkt mit", so Kapitän Fabian Holland nach der Partie. Das Problem: "Wir belohnen uns nicht, machen die Dinger nicht rein und fressen hinten dumme Gegentore."

"Wir nehmen nichts Positives mit, wir nehmen die Enttäuschung mit"

"Wir nehmen nichts Positives mit, wir nehmen die Enttäuschung mit. Ein Punkt wäre ok gewesen", sagte auch Lieberknecht nach der Partie. Mit ein wenig Abstand aber wird er das vielleicht anders sehen, denn vieles im Spiel der Lilien macht Mut. Die Spielanlage stimmt, das Engagement sowieso, das Sturmduo Tietz / Pfeiffer, auch in Heideheim erfolgreich, gehört zur gehobenen Zweitligaklasse.

Nun müssen die Lilien nur noch damit anfangen, die guten Ansätze auswärts auch zu vergolden, schon würde aus einer Mittelfeld-Saison eine gute Saison werden. Am kommenden Sonntag in Sandhausen bietet sich die erste Gelegenheit dazu.