Torsten Lieberknecht vom SV Darmstadt 98 steht auf dem Rasen und verschränkt seine Arme hinter dem Rücken.

Nach schweren Wochen sieht es beim SV Darmstadt 98 endlich wieder besser aus. Für die Lilien könnte es der Neuanfang sein. Bald dürften aber auch schwierige Entscheidungen anstehen.

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SV Darmstadt 98 - FC Ingolstadt
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Es waren keine leichten Wochen, da braucht niemand etwas schön zu reden. Ein ganzer Haufen Corona-Fälle, fast eine ganze Mannschaft in Quarantäne, das alles garniert mit zwei klaren Zweitliga-Niederlagen und einem überaus bitteren Pokal-Aus bei 1860 München. Der Saisonstart des SV Darmstadt 98 war (unverschuldet) eine absolute Katastrophe. Seit dem Wochenende und einem fulminanten 6:1 gegen den FC Ingolstadt ist die Stimmung nun aber eine ganz andere. Die Saison, so ist die allgemeine Gefühlslage in Südhessen, beginnt jetzt neu.

Das mit dem Neubeginn Mitte August ist freilich ein Umstand, auf den sie in Darmstadt gerne verzichtet hätten. Die vergangenen Wochen ging es auch darum, die Köpfe oben zu lassen, nicht zu negativ zu denken aufgrund all der Nackenschläge, die auf die Lilien einprasselten. Gefragt war hier auch Trainer Torsten Lieberknecht. Wie umgehen mit einem Team, das zum Saisonstart so viel einstecken muss?

Bald warten komplizierte Entscheidungen

Das Rezept: positiv bleiben! Alles andere half ja auch nix. Und es war klar, dass die Situation nicht ewig anhält. Mittlerweile ist der Trainingsplatz der Lilien wieder prall gefüllt, Lieberknecht hat wieder mehr und mehr die Qual der Wahl. Schon gegen Ingolstadt sah der Kader ganz anders aus als noch gegen Karlsruhe oder Regensburg.

Das dürfte bald zu komplizierten Entscheidungen führen. Eine dringliche steht schon an diesem Wochenende an. Dann wird klar sein, wer die Südhessen als Nummer eins in die Saison führt, Marcel Schuhen oder Morten Behrens. Beide haben zwei Pflichtspiele absolviert, der, der am Sonntag sein drittes hinzufügen darf, wird die neue Stammkraft. Lieberknecht hat die Entscheidung noch nicht final getroffen, bis Freitag weiß der Kandidat aber Bescheid.

Gegen HSV wohl wieder mit Doppelspitze

In der Offensive drängen sich die Fragen noch nicht so auf wie im Tor. Tobias Kempe, gegen Ingolstadt wenigstens mal wieder im Kader, und Mathias Honsak, gegen den FCI mit einem Mini-Einsatz, sind noch nicht wieder voll da. Nach der Länderspielpause dürften sie sich aber nicht mehr mit einem Bank-Platz zufrieden geben. Beide sind es gewohnt, von Beginn an zu spielen.

Apropos von Beginn an spielen. Das durften gegen Ingolstadt die beiden Angreifer Phillip Tietz und Luca Pfeiffer. Eine Entscheidung mit Wirkung, beiden trafen gegen die Schanzer doppelt. Es ist sehr gut möglich, dass sie auch beim Auswärtsauftritt in Hamburg gemeinsam stürmen.

Die Mannschaft haben die Rückschläge zusammengeschweißt

All diese Gedankenspiele zeigen aber auch, dass in Südhessen endlich wieder über die normalen Dinge in einer Spieltagswoche gesprochen wird. Wer spielt wo auf welcher Position? Und nicht Fragen wie: Wie bekommen wir überhaupt einen Kader zusammen?

Die Mannschaft hat das zusammengeschweißt, das war gegen Ingolstadt zu spüren. Nun soll auch am Sonntag der HSV erfahren, dass für die Lilien die Saison jetzt erst so richtig begonnen hat.