Marcel Heller von Darmstadt 98
Marcel Heller ist ein echter Straßenfußballer. Bild © Imago

Trotz überschaubarer Punkteausbeute schwebt Darmstadt 98 noch nicht in akuter Abstiegsgefahr. Zu verdanken haben das die Lilien jeder Menge Spielglück, etwas Mithilfe der Gegner und den Fummel-Künsten von Marcel Heller.

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Auf Spurensuche bei Marcel Heller

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Richtig viel Besinnlichkeit ist beim SV Darmstadt 98 zwei Wochen vor Heiligabend noch nicht eingekehrt. Von den vergangenen zwölf Partien endeten lediglich zwei mit einem südhessischen Sieg, von Platz zwei ging es runter auf Rang 13. Nach dem schmeichelhaften 1:1-Remis gegen Schlusslicht Ingolstadt am Samstag haben die Lilien zwei Spiele vor der Winterpause genauso viele Punkte auf dem Konto wie zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison.

Entscheidender Unterschied: Während die Lilien im Dezember 2017 auf dem Relegationsplatz standen und in akuter Abstiegsgefahr schwebten, haben sie im Dezember 2018 noch sieben Punkte Vorsprung auf die gefährliche Zone. "Die 2. Liga spielt jedes Jahr verrückt. Es ist sehr eng", sagte Marcel Heller im hr-heimspiel! am Montag. "Man kann nie vorhersagen, was passiert."

Heller hat schon früher gerne gefummelt

Ein Satz, der auch zu Hellers Spielweise passt. Der 32-Jährige, der zwischen 2007 und 2011 insgesamt 34 Mal für Eintracht Frankfurt auflief, gehört als wendiger Flügelflitzer und bekennender Liebhaber von Eins-gegen-Eins-Duellen zur aussterbenden Spezies der Straßenfußballer. Lieber ein Trick zu viel als zu wenig, gerne mal mit dem Kopf voraus in mehrere Gegenspieler. Für Fans eine willkommene Abwechslung, für Trainer und Mitspieler nicht immer nachvollziehbar.

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Marcel Heller

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"Ich habe halt schon früher gerne gefummelt", berichtet Heller von seiner Jugendzeit beim 1. FC Quadrath-Ichendorf, wo er sich eigenen Angaben zufolge "alles selbst beigebracht" hat. Viel verändert hat sich daran auch zwei Jahrzehnte später nicht.

Mit zwei eigenen Toren ist Heller, der nach einem Jahr beim FC Augsburg im Sommer zu seinem Herzensverein zurückkehrte, zwar noch nicht zufrieden. Sein Mix aus Schnelligkeit und Erfahrung macht ihn aber auch so unverzichtbar. Auf und neben dem Platz.

Auch Schwalben gehören dazu

Angesprochen auf die glasklare Schwalbe von Fabian Holland, die den Lilien gegen die Schanzer zuerst einen Elfmeter und dann den späten Punktgewinn einbrachten, blieb Heller cool. Elfmeter-Situationen seien immer strittig und immer schwer zu entscheiden. "Jetzt hat er gepfiffen, das ist gut für uns", erklärte Heller die Logik und das Gesetz des Straßenfußballs. "Auch Spielglück gehört dazu."

Spielglück, das Darmstadt in der vergangenen Saison oft fehlte. Vor genau einem Jahr musste deshalb Ex-Coach Torsten Frings nach einer Niederlage in Aue am 17. Spieltag den Verein verlassen. Der diesjährige Gegner der Lilien am 17. Spieltag ist ebenfalls Aue. Eine Entlassung muss Trainer Schuster aber wohl nicht fürchten. Der engen Liga, Fummler Heller und Glücksgöttin Fortuna sei Dank.