Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Stell dir vor, du steigst auf..." - Darmstadt 98 nach dem Sieg gegen Heidenheim

Dimitrios Grammozis

Darmstadt 98 rückt immer näher an die Top-Clubs der zweiten Liga heran. Doch selbst ein möglicher Aufstieg würde die Entscheidung von Trainer Dimitrios Grammozis, den Verein am Ende der Saison zu verlassen, nicht beeinflussen.

Es sind vier einfache Worte, die die groteske Situation des SV Darmstadt 98 in Zement gießen. "Nein, die Entscheidung steht", sagt Dimitrios Grammozis. "Die Entscheidung", das ist jene über die berufliche Zukunft des Trainers von Fußball-Zweitligist Darmstadt 98. Am Ende der laufenden Saison, das ist seit dieser Woche klar, werden Coach und Verein nach einer eigentlich recht erfolgreichen gemeinsamen Zeit getrennte Wege gehen. Das ist für viele überraschend, wenn nicht sogar unverständlich.

Auch die jüngsten Erfolgserlebnisse werden an der bevorstehenden Trennung ganz offensichtlich nichts ändern. Das 2:0 gegen den 1. FC Heidenheim war für den SV98 bereits der vierte Sieg in Folge, das neunte Spiel ohne Niederlage, und überhaupt der nächste überzeugende Auftritt der Südhessen. Innerhalb von zweieinhalb Monaten ist in Darmstadt aus Abstiegs- Aufstiegskampf geworden.

Der Hamburger SV tritt auf der Stelle

In gewisser Hinsicht ist das auch dem Hamburger SV zu verdanken. Die Hanseaten belegen aktuell den dritten Tabellenplatz, der am Ende der Saison zur Teilnahme an der Relegation berechtigt. Weil der HSV auf der Stelle tritt und seit drei Spielen nicht mehr gewonnen hat, beträgt der Rückstand der Lilien derzeit nur noch sechs Punkte. Ist Darmstadt 98 plötzlich wieder ein Aufstiegsaspirant?

Mathias Honsak muss bei dieser Frage erst ein bisschen lachen, um sie dann doch möglichst diplomatisch zu beantworten. "Wir haben uns von da unten raus gekämpft und stehen jetzt auf einem guten Tabellenplatz", sagt der Offensivspieler, der nach eigenen Angaben "hin und wieder" aufs Tableau schaut: "Sieht ganz gut aus im Moment."

Honsak erzielt erstes Tor im Lilien-Trikot

Gegen Heidenheim, in einem von An- bis Abpfiff souveränen Spiel des SVD, erzielte Honsak am Samstag sein erstes Tor im Trikot der Lilien. Die Ereignisse unter der Woche, das Trainer-Beben rund um Grammozis, haben in den Augen des 23 Jahre alten Österreichers nicht für Turbulenzen gesorgt. "Wir haben als Mannschaft agiert", sagt Honsak, "fürs Trainerteam, für den Verein, für die Verantwortlichen. Vier Spiele, vier Siege in Folge – das pusht uns von Woche zu Woche".

Auch Honsaks Trainer schaut in diesen Tagen auf die Zweitliga-Tabelle. Allerdings nicht auf das obere Drittel, in dem es sich Darmstadt 98 nach und nach gemütlich macht. "Ich bin glücklich, dass Karlsruhe nicht gewonnen hat", gesteht der Grieche, "dadurch konnten wir den Vorsprung nach unten vergrößern. Das ist für mich wichtig." Der KSC hatte bereits am Freitag mit 0:1 gegen Nürnberg verloren, der Puffer der 98er auf die Abstiegsplätze ist dadurch auf vorerst elf Zähler angewachsen.

In den kommenden Wochen könnte die Erfolgsserie der Kicker vom Böllenfalltor weitergehen. Mit dem VfL Bochum (7. März), dem KSC (14. März) sowie dem FC St. Pauli (23. März) geht es in den nächsten drei Spielen gegen Clubs aus der unteren Tabellenhälfte. Dass der SV Darmstadt 98 anschließend noch dicker im Aufstiegsgeschäft ist, ist nicht ausgeschlossen. Dass der Verein selbst im Falle einer Rückkehr in die Bundesliga mit seinem gegenwärtigen Trainer weiterarbeitet hingegen schon. Oder wie Dimitrios Grammozis selbst sagt: "Die Entscheidung steht."