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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Darmstadt 98 empfängt St. Pauli

Imago Grammozis

Darmstadt 98 hat zuletzt die entscheidende Energie gefehlt. Warum Trainer Dimitrios Grammozis glaubt, dass diese ausgerechnet gegen St. Pauli zurückkehrt und was Victor Pálssons scharfe Kritik damit zu tun hat? Die Antworten.

Eigentlich ist Dimitrios Grammozis Fußball-Trainer. Beim Blick auf die 0:2-Niederlage seiner Mannschaft zum Re-Start der zweiten Bundesliga in der vergangenen Woche erinnerte er doch sehr stark an einen Elektriker oder Physik-Lehrer. "Uns hat in den vergangenen Spielen unsere Energie ausgezeichnet. Das haben wir in Karlsruhe vermissen lassen", sagte Grammozis am Donnerstag. Eben jene Energie ist eine der Tugenden, die die Lilien in der zweiten Liga bisweilen stark ge- und den Unterschied ausgemacht hat.

Kein Wunder also, dass der Coach von seinem Team eine Reaktion erwartet, schließlich kommt am Samstag (13 Uhr) der FC St. Pauli ans Böllenfalltor. "Die Spieler waren sehr selbstkritisch und haben eingesehen, dass es auf diese Art sehr schwierig ist, in der Liga Punkte zu holen", verriet Grammozis. Dass Mittelfeldspieler Victor Pálsson unter der Woche den Auftritt in Karlsruhe scharf kritisiert und als "nicht akzeptabel" bezeichnet hatte, wertete er zudem als gutes Zeichen.

Energie zurück auf dem Platz

Denn die Profis ließen ihren Worten Taten folgen. "In den Trainingseinheiten haben die Jungs wieder diese Energie an den Tag legt", sagte Grammozis. "In den letzten Einheiten vor dem Spiel müssen wir das noch einmal auf dem Platz bringen und dann natürlich auch am Samstag umsetzen." Damit aber nicht genug. Auch im Spiel müssten sich die Spieler, wenn es nach dem Trainer geht, "noch mehr pushen, sich unterstützen, auch mal verbal anmachen - im Positiven wie im Negativen".

Mit der zusätzlichen Kommunikation soll das Team einen weiteren Faktor ersetzen, der in Darmstadt schmerzlich vermisst wird. "Die Zuschauer waren ein ganz wichtiger Grund für unsere Serie am Böllenfalltor", so Grammozis. "Dennoch müssen wir die aktuelle Situation annehmen. Wir können nicht jede Woche jammern: Die Zuschauer sind nicht da und das ist nicht schön." Denn auch wenn die Anhänger fehlen, für die Lilien wäre ein Sieg gegen St. Pauli von hoher Bedeutung. "Wir sind hier nicht in einem Bereich, wo wir das abliefern, was die Leute gerne sehen würden. Es geht um Punkte, um wichtige Punkte."

Manu wieder fit

Beim Kampf um die Zähler fehlen könnte Matthias Bader. Der Außenverteidiger hatte bereits gegen Karlsruhe wegen muskulärer Beschwerden passen müssen. Auch die Langzeitverletzten Mathias Wittek und Immanuel Höhn fehlen. Offensivspieler Braydon Manu hingegen ist wieder fit und laut Grammozis eine Option für den Kader. Der Coach erwägt angesichts der nun anstehenden drei Spiele in sechs Tagen Änderungen in der Aufstellung. "Man wird sehen, inwieweit eine Rotation möglich ist."

Ob Kapitän Fabian Holland gegen die Kiezkicker mit dabei ist - das entscheidet indes nicht Trainer Grammozis, sondern Hollands ungeborener Nachwuchs. "Ich hoffe, dass sich sein Sohn bis nach dem Spiel Zeit lässt", betonte der Coach. "Vielleicht kann Fabi unter seinem Trikot schon den grünen Krankenhauskittel anziehen, damit er nach dem Spiel keine Zeit verliert, sollte es dann passieren." Grammozis, der Fußball-Trainer, Elektriker und Physik-Lehrer, kann auch Familien-Manager.