Get you a man who can do it both: Kämpfen und treffen. Darmstadt hat Serdar Dursun.

Mit diesem Ergebnis kann Darmstadt 98 gut leben: Nach einer ausbaufähigen Leistung nimmt der hessische Zweitligist einen Zähler aus Kiel mit.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Grammozis: "Waren zu passiv"

Grammozis Imago
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Nein, ergaunert war das 1:1 (1:1) in Kiel zwar nicht. Glücklich war es aus Darmstädter Sicht aber mit Sicherheit, denn die Lilien wussten zum Auftakt ins Fußballjahr 2020 nur phasenweise zu überzeugen. Ein Tor von Lebensversicherung Serdar Dursun (45. Minute) reichte den Hessen am Mittwochabend zu einem Punktgewinn in der 2. Liga. Für die deutlich gefährlicheren Gastgeber hatte Stefan Thesker zur zwischenzeitlichen Führung getroffen (30.).

"Es war ein sehr intensives Spiel auf tiefem Boden", sagte der Darmstädter Cheftrainer Dimitrios Grammozis. Dass seine Schützlinge das Fußballspielen nach rund zehn Minuten für lange Zeit fast komplett eingestellt hatten, missfiel ihm: "Wir wurden immer passiver. Das 0:1 war dann auch verdient." Nach dem Seitenwechsel sah Grammozis eine klare Leistungssteigerung.

Von Offensive zunächst nur wenig zu sehen

Vor der Winterpause hatte der Darmstädter Angriff die 2. Liga nur selten in Angst und Schrecken versetzt. Davon zeugten magere 20 Tore aus 19 Partien. Nachdem Grammozis die Vorbereitung in dieser Hinsicht genutzt hatte, sollte in Kiel eigentlich alles anders werden. Doch die Lilien, die zunächst auf den Ein-Mann-Sturm Dursun bauten, sahen den gegnerischen Strafraum lange Zeit nur aus der Ferne.

Während die Darmstädter im ersten Abschnitt ihre Mühe damit hatten, die Räume in der Defensive zuzuschieben, ließ Kiel ohne großen Druck Ball und Gegner laufen. Und nachdem Jae-Sung Lee in der 22. Minute noch am Pfosten gescheitert war, besorgte Thesker wenig später die verdiente Führung für die Gastgeber (30.). Vorangegangen war eine verunglückte Klärungsaktion von Patrick Herrmann, dem Ex-Kieler aufseiten der Hessen.

Dursun sprichwörtlich aus dem Nichts

Lilien-Coach Grammozis konnte definitiv nicht zufrieden mit der Leistung seiner Elf sein. Der 41-Jährige entschied sich, schon vor der Pause ein Zeichen zu setzen und nahm den unglücklich agierenden Seung-Ho Paik vom Feld. Dass es den Südkoreaner traf, war gefühlt zweitrangig: Paik war nicht der einzige Darmstädter, der hinter seinem Potenzial blieb.

Die Maßnahme fruchtete, wie es im Fußball-Floskel-Deutsch so schön heißt. Kurz vor dem Halbzeitpfiff fiel der gleichsam überraschende wie schöne Ausgleich durch Dursun: Die Darmstädter Lebensversicherung verwertete ein artistisches Zuspiel seines Teamkollegen Tim Skarke zum schmeichelhaften Ausgleich (45.).

Mehlem übersieht den Nebenmann

Die Lilien nahmen im zweiten Abschnitt selbst mehr am Spiel teil, die bestimmende Mannschaft blieb aber weiterhin Kiel. Lee (48.) und Fabian Reese (55.) vergaben aussichtsreiche Gelegenheiten, die Störche erneut in Führung zu bringen. Weitere zwingende Aktionen der Gastgeber sollten kaum folgen, weil Darmstadt das Spiel nun defensiv etwas mehr unter Kontrolle brachte.

Und nach vorne? Fiel fast sogar noch der Siegtreffer für die Lilien. Der bis dato blasse Marvin Mehlem forderte den Ball in die Gasse und bekam ihn auch. Im Strafraum jedoch zeigte sich der Spielmacher zu eigennützig und schoss deutlich übers Tor. Neben Mehlem war Dursun mitgelaufen - leider vergebens aus Darmstädter Sicht.

In der Schlussminute durften die Gäste aber doch noch einmal aufatmen: Der eingewechselte Kieler Makana Baku vergab einen "Hochkaräter" zum dann wohl sicheren Sieg.

Weitere Informationen

Holstein Kiel - SV Darmstadt 98 1:1 (1:1)

Kiel: Gelios - Neumann, Wahl, Thesker, van den Bergh - Meffert - Mühling, Özcan (81. Ignjoski) - Reese, Iyoha (64. Baku) - Lee (87. Lauberbach)                      
Darmstadt: Schuhen - Herrmann, Dumic, Höhn, Holland - Palsson, Paik (38. Schnellhardt) - Skarke (66. Stark), Kempe, Mehlem - Dursun (86. Platte)    

Tore: 1:0 Thesker (30.), 1:1 Dursun (45.)

Gelbe Karten: Neumann - Dumic, Holland, Dursun
   
Schiedrichter: Heft (Neuenkirchen)    
Zuschauer: 9.600

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