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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Lilien-Boss Rüdiger Fritsch über neuen Trainer Markus Anfang

Rüdiger Fritsch SV Darmstadt 98

Die Corona-Krise drückt beim Zweitligisten Darmstadt 98 nachhaltig auf den Geldbeutel. Das wird sich auch bei Verhandlungen mit potenziellen Neuzugängen zeigen, ist sich Rüdiger Fritsch sicher. Der Präsident spricht zudem über den fliegenden Wechsel auf der Trainerbank.

Rüdiger Fritsch, Präsident des Zweitligisten SV Darmstadt 98, erwartet für die kommenden Jahre schwerwiegende Folgen der Coronavirus-Pandemie für den Fußball. "Corona ist noch lange nicht vorbei", sagte Fritsch in einem Mediengespräch am Montagabend.

Niedrigere TV-Erlöse, fehlende Zuschauereinnahmen und sinkende Sponsoreneinnahmen führten dazu, dass ein Zweitligist wie Darmstadt in den kommenden Jahren 2,5 bis 4 Millionen Euro weniger im Etat habe. Vor diesem Hintergrund müsse man beim größten Etatposten ansetzen, den Ausgaben für Gehälter und Beraterhonorare.

Mit Rücklagen gegen die Krise

Man habe zwar bei der Kaderplanung für die kommende Saison festgestellt, dass Spieler und Berater noch immer "ziemlich optimistisch unterwegs" seien. Er glaube allerdings, dass sich "dieses Rattenrennen" schon in dieser Transferperiode legen werde.

Die Hessen haben in den vergangenen Jahren laut Fritsch einige Rücklagen gebildet, auf die der Verein in der kommenden Saison zurückgreifen könne, um Lücken im Etat zu schließen. "Wir sind wirklich sehr stabil, und wir sind zukunftsfähig", sagte Fritsch.

Grammozis? "Kein Platz für eine Opferrolle"

Auf der wohl wichtigsten Position im sportlichen Bereich haben die Darmstädter frühzeitig auf die bevorstehende Trennung mit Cheftrainer Dimitrios Grammozis reagiert. Schon am Donnerstag wird Markus Anfang als neuer Coach am Böllenfalltor vorgestellt. "Wir gucken nach vorne und freuen uns auf einen sehr, sehr guten Trainer", sagte Fritsch.

Zuvor war es dem Clubboss ein Anliegen, noch einmal auf die geräuschvolle Trennung von Grammozis einzugehen. Dieser habe in der Corona-Pause einen weiteren Gesprächsversuch abgelehnt, sagte Fritsch. "Es war ganz klar seine Entscheidung. Da gibt es keinen Platz für eine Opferrolle."

Die Lilien hatten Grammozis frühzeitig eine Vertragsverlängerung um eine Saison angeboten, der Ex-Bundesligaprofi wollte zwei. Diese Diskrepanz führte letztlich zur Trennung. Dennoch spielte Darmstadt unter Grammozis seine stärkste Zweitliga-Rückrunde. "Die gesamte Arbeit, die da geleistet wurde, ist nicht selbstverständlich in dieser Konstellation", bilanzierte Fritsch. "Da kann man nur ganz klar den Hut ziehen."