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Nicht nur die Tendenz, auch die Stimmung steigt bei den Lilien. Bild © Imago

Der SV Darmstadt 98 hat im Kampf um den Klassenerhalt längst vergessen geglaubte Erfolgsrezepte wiedergefunden. Warum das für die Lilien auch im Endspurt der 2. Liga funktionieren könnte? Fabian Holland glaubt die Antwort nach dem Erfolg in Dresden zu kennen.

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Wer in den vergangenen Wochen auf den anstehenden Frühling oder einen Sieg des SV Darmstadt 98 gewartet hat, brauchte vor allem eines: Geduld. Denn nach einer schier endlosen Durststrecke taten die letzten Tage noch mal richtig weh – dann aber: der Durchbruch. Und so fühlt sich der Sieg der Lilien in Dresden ähnlich gut an wie die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. "Es hat mal wieder so gut getan, ein Spiel so souverän 2:0 zu gewinnen", beschreibt Fabian Holland das schöne Gefühl. "Man hat gesehen, die Tendenz steigt."

Denn in Dresden haben die Südhessen die Tugenden längst vergangener Tage gezeigt, den Kampfgeist in etwas Zählbares umgemünzt. Bezeichnend im positiven Sinne war etwa die Szene vor dem Darmstädter Führungstreffer: Erst verlor Felix Platte den Ball – um ihn anschließend zurückzuerobern. Dann drohte auch Tobias Kempe das Leder zu vertändeln, spitzelte ihn aber noch zu Markus Steinhöfer und bereitete das 1:0 mit einem Doppelpass vor.

Langer Weg aus dem Tabellenkeller

"Klar hat uns das in die Karten gespielt", sagt Holland. "Und wir haben es geschafft, nach der Führung sehr kompakt zu stehen." So taten sich die Gastgeber nach gutem Beginn sichtlich schwer, kämpften mit der kompakten Defensive der Lilien und hatten den Kontern der Schuster-Elf selten etwas entgegenzusetzen. "Es ist wichtig, dass man auch mal Durchschnaufen kann, den Ball in den eigenen Reihen hält. Das ist uns sehr gut gelungen", so Holland.

Durchschnaufen können die Lilien nach dem Erfolg in Dresden – allerdings nicht allzu lang. Denn mit dem Spiel gegen den FC Ingolstadt wartet am Samstag (13.30 Uhr) bereits die nächste wichtige Partie auf dem Weg in Richtung Klassenerhalt. "Wir wissen, dass es noch ein langer Weg ist. Aber, dass wir es können, hat man gesehen", meint Holland.

Schusters Handschrift kommt zur Geltung

Das Vertrauen in die eigene Stärke ist also da, und auch vom System ihres Trainers sind die Lilien-Profis überzeugt. "Seine Handschrift ist, hinten erst mal die Null zu halten, kompakt zu stehen und dann immer wieder Nadelstiche zu setzen", verweist Holland auf die Taktik von Dirk Schuster. In Dresden ist das eindrucksvoll gelungen. Daran wollen die Darmstädter anknüpfen. Denn nicht nur das Erfolgsrezept ähnelt dem, das schon gut funktioniert hat.

Wenn Holland über den Zusammenhalt der Truppe in den vergangenen Wochen spricht, erinnert auch das an einstige Erfolge. "Wenn in der Kabine 20 Kumpel nebeneinander sitzen, ist die Stimmung nie wirklich am Tiefpunkt, auch wenn es nicht so gut läuft. Da ist immer einer dabei, der mal einen Spaß macht", verrät er. "Das finde ich auch wichtig, dass man sich da immer wieder rauszieht." Vielleicht gelingt so ja auch der Sprung aus dem Tabellenkeller. Der Frühling hat sich abseits des Rasens schließlich auch gegen die eisige Kälte durchgesetzt.