Fabian Holland gibt die Richtung in der Abwehr vor.

Der SV Darmstadt 98 hat mit dem Sieg gegen Bochum den Klassenerhalt perfekt gemacht und das ausgerechnet gegen einen Aufstiegsaspiranten. Lilien-Kapitän Fabian Holland verrät die Gründe für die Kehrtwende.

Es war vor ziemlich genau zwei Monaten nicht so, dass Darmstadt 98 in tiefster Abstiegsnot steckte. Doch die 0:1-Niederlage gegen den Karlsruher SC am 26. Februar schmerzte empfindlich, 25 Punkte nach 23 Spieltagen bedeuteten Rang 14 und nur noch fünf Zähler Vorsprung auf den Relegationsrang 16. Alarmstufe Rot? Nein. Aber ein wachsamer Blick auf die Tabelle!

Darmstadt dreht an den richtigen Stellschrauben

"Wenn man ein paar Wochen zurückblickt, dann war die Lage schon sehr ernst", betonte auch Fabian Holland nun. "Klar haben wir in der Zeit auch viel miteinander geredet und überlegt, an welchen Stellschrauben gedreht werden kann."

Was danach folgte, war eindrucksvoll. In Paderborn überwanden die Lilien einige Widerstände und drehten ein 1:2 in einen 3:2-Erfolg. Der Knoten war geplatzt, aus den vergangenen acht Partien holte das Team 17 von 24 möglichen Punkten. Keine Mannschaft in diesem Zeitraum war stärker, 19 Treffer bedeuten ebenfalls den Topwert.

Lilien-Kapitän Holland: "Fokus auf die Defensive gelegt"

Doch auch die viel zu hohe Anzahl an Gegentoren wurde minimiert, obwohl die Gegner unter anderem Hamburg (2:1), Fürth (2:2) und am vergangenen Montagabend Bochum (3:1) hießen. "Wir haben den Fokus auf die Defensive gelegt. Das hat dann gut geklappt", stellte Holland fest. So habe man die Aufstiegsaspiranten "geärgert" und bewiesen, welche Qualität "in der Mannschaft steckt".

Im Gegensatz zur Hinserie, als Darmstadt teilweise attraktiv, aber glücklos spielte, wirkt das Team gefestigter. "Da haben wir zu viele dumme Gegentore bekommen", erinnert sich Linksverteidiger zurück. Trainer Markus Anfang hat also an den richtigen Stellschrauben gedreht und die richtige Balance gefunden. Davon profitierte neben der Abwehrreihe auch Serdar Dursun. Der Topstürmer belegt Platz eins der Torjägerliste, 21 Treffer kann nicht einmal Simon Terodde (20 Tore) vorweisen.

Darmstadt inzwischen ein gefestigter Zweitligist

Darmstadt geht somit in seine fünfte Zweitligasaison nach dem Abstieg 2017. Die Lilien zählen bereits zu den gefestigten Mannschaften, die nicht automatisch vor einer Saison mit der Kellerregion in Verbindung gebracht werden.

Und nicht nur Holland beschleicht das Gefühl, dass bei mehr Konstanz etwas mehr möglich gewesen wäre: "Man hat so Phasen, wo man ein paar Spiele nicht punktet. Schade, dass wir da auch durchmussten."

Lilien gehen in ihre fünfte Zweitligasaison in Serie

Dennoch überwiegt die Zufriedenheit über die geglückte Kehrtwende und den frühzeitig gesicherten Klassenerhalt am 31. Spieltag. Defensive Stabilität, mehr Zug zum Tor und Topstürmer Serdar Dursun waren die Faktoren. Holland warnte aber davor, die Spielzeit einfach ausklingen zu lassen: "Es geht um die beste Platzierung und viel Geld. Jeder will sich beweisen." Und den Schwung bestenfalls mit in die kommende Saison nehmen.