Sulu jubelt
Aytac Sulu Bild © Imago

Aytac Sulu bringt die brenzlige Lage der Darmstädter nicht aus der Ruhe. Der Lilien-Kapitän setzt im Abstiegskampf auf den Schulterschluss mit den Fans und gibt ein Versprechen ab.

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Aytac Sulu ist abseits des Platzes kein Lautsprecher. Dabei hätte der Kapitän des SV Darmstadt 98 in den zurückliegenden Wochen allen Grund dazu gehabt. Ein Negativerlebnis reihte sich an das nächste und ließ die mit großen Erwartungen gestarteten Südhessen in den Tabellenkeller der 2. Liga rauschen. "Einmal ist mir der Kragen geplatzt, als die Mannschaft komplett versagt hat. Ansonsten sind es aufmunternde Worte - mal lauter, mal leiser", schilderte der 32-Jährige am Montagabend im hr-heimspiel!.

Nach dem jüngsten Befreiungsschlag in Dresden hat Sulu freilich nur positive Worte gefunden. "Der Sieg war sehr wichtig für die Mannschaft, für die Moral. Dieser Sieg tut gut. Wer in Dresden gespielt hat, weiß, wie schwer es dort ist", reflektierte der Abwehrchef das wichtige 2:0 im Abstiegskampf. Zwar steht dem Tabellen-17. sportlich das Wasser weiter bis zum Hals, doch bei vier Punkten Rückstand ist das rettende Ufer allemal in Reichweite.

Wieder Harmonie zwischen Fans und Spieler

"Der Sieg macht ein Stück weit Mut und Hoffnung, weil man weiß, dass man das Siegen nicht verlernt hat", stellte Sulu erleichtert fest. Deshalb sei den Lilien auch nicht angst und bange, "dass wir die Liga nicht halten können", glaubt er an ein Happy End. "Wir haben nicht immer als schlechtere Mannschaft verloren." In Dresden habe man als besseres Team gewonnen, resümierte Sulu und hob vor allem den Einsatzwillen seiner Mitspieler hervor: "Wir haben eine Mannschaft gesehen, die unbedingt will."

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Das haben auch die mitgereisten Fans mit viel Applaus nach dem Abpfiff honoriert. Anhänger und Spieler haben sich wieder lieb, nachdem der tabellarische Absturz des SV98 doch für einige Misstöne gesorgt hatte. "Das ist normal, wenn du viereinhalb Jahre Erfolg hattest, dass es Gegenwind gibt. Das war die vergangenen Wochen nicht immer positiv", gestand Sulu. Das ist nun aber Schnee von gestern. "Jetzt sind wir mit den Fans auf einem perfekten Nenner. Wir werden zusammen die Liga halten."

"Druck ist immer da"

Die nächsten Wochen werden zeigen, wohin die Reise für die von Dirk Schuster trainierten Lilien gehen wird. Mit dem Dreier in Dresden und dem Punktgewinn gegen Heidenheim haben die Südhessen einen Anfang gemacht. Die nächsten Aufgaben werden aber nicht einfacher. Nach dem Heimspiel gegen Ingolstadt am kommenden Samstag (13 Uhr) trifft der SV98 mit Nürnberg, Düsseldorf und Kiel auf die Top drei der Liga. Sulu lässt dasvöllig kalt. "Ich bin da optimistisch für die nächsten Wochen."

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Nicht mal ein bisschen Angst? "Druck ist immer da. Egal, ob du gegen Bayern oder gegen einen unterklassigen Gegner spielst – du willst jedes Spiel gewinnen", betonte der Lilien-Kapitän. Da treibt ihm eher schon seine kleine Tochter die Schweißperlen auf die Stirn. "Zuhause herrscht dann ein bisschen Druck, wenn du als Papa selten zuhause bist. Dann musst du viel spielen. Aber da schalte ich am Besten ab", so der Familienvater. Die sportliche Situation blendet er daheim aus. "Wenn du dir zu viel Gedanken machst, wirst du einbrechen." Und das wollen die Lilien eben nicht mehr.